72. Westfälischer Archivtag: Noch wenig Akten digitalisiert

dpa/lnw Münster. Bei der Suche nach Spuren aus der eigenen Familiengeschichte müssen Ahnenforscher noch viel Eigeninitiative zeigen. Darauf weist der Chefarchivar des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Marcus Stumpf, zum Auftakt des 72. Westfälischen Archivtages am Mittwoch in Münster hin. „Die Leute müssen sich selber in die Akten herein wühlen. Sie müssen angelernt werden, wie sie mit historischen Unterlagen umgehen“, sagte Stumpf.

Noch bis Donnerstag treffen sich erstmals digital rund 400 Teilnehmer aus neun Bundesländern, wie Barbara Rüschoff-Parzinger berichtet. Das digitale Format mache in vielen Fällen eine Teilnahme möglich, wo es sonst an den Reisekosten scheitert, sagte die LWL-Kulturdezernentin. Das Hauptthema des zweitägigen Treffens sind „Personengeschichtliche Quellen für die Familienforschung“, Datenschutz und die Digitalisierung.

Bislang sei nur ein kleiner Prozentsatz der Akten auch digitalisiert, erklärt Stumpf, so dass eine händische Suche in den Personenstandsregistern nach wie vor notwendig sei. Dabei geht es um Tauf-, Sterbe- oder Kirchenbücher. Es gebe eine große Erwartungshaltung, dass die Akten bereits komplett digitalisiert sind. „Beim Landesarchiv sind es bislang rund 8 bis 10 Prozent, kleine Stadtarchive brauchen noch Jahrzehnte“, warnt Stumpf vor zu großen Erwartungen.

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