NRW

Aachener Puppe „Oecher Schängche“ brauchte Flugticket

Brauchtum

Mittwoch, 24. Januar 2018 - 16:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Aachen. Mit diesem Abenteuer hat die stadtbekannte Stabpuppe, das „Oecher Schängche“, am Mittwoch die ganze Stadt schmunzeln lassen: Eine Aachener Karnevalsabordnung mit Puppe, die am Dienstag zum Tollitäten-Empfang der Kanzlerin nach Berlin flog, musste für die knapp einen Meter große, historische Holzpuppe tatsächlich ein 660 Euro teures Hin- und Rückflugticket kaufen. Das berichtete der Aachener Karnevalist Bernd Steinbrecher, der mit der Puppe als „Alter Ego“ auftritt, am Mittwoch. Alternativ hätte die Puppe im Frachtraum reisen können, aber das kam für Steinbrecher nicht infrage. „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“ hatten darüber zuerst berichtet.

Die historische Stabpuppe „Oecher Schängchen“ brauchte ein Flugticket. Foto: Andreas Steindl

Für die Puppe sei ein Ticket auf den Namen Oecher Schängchen gebucht worden, Platz 19 F. Maximal ein Handgepäckstück. Am Ende landete das Schängchen trotzdem noch im Gepäckfach, wie Steinbrecher erzählte, weil die Maschine überbucht gewesen sei. Das Oecher (Aachener) Schängche ist der Titelheld einer 1921 gegründete Puppenbühne, die Märchen, Kinderstücke und zu Karneval eine Puppen-Karnevalssitzung im Aachener Dialekt aufführt. Der Name Schängche geht auf die eingedeutschte Form von Jean zurück - Spitzname der Aachener für französische Soldatenkinder aus der Besatzungszeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts.


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