NRW

Abschied vom Tarifvertrag? Landtag erörtert Konsequenzen

Landtag

Donnerstag, 29. April 2021 - 03:46 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Der Landtag debattiert am heutigen Donnerstag in einer Aktuellen Stunde über sogenannte Tarifflucht in Nordrhein-Westfalen. Viele Wohnungskonzerne, Handels- oder Textilunternehmen verweigerten Tarifverträge, kündigten bestehende Verträge oder ließen sie nicht mehr für neu Eingestellte gelten, kritisiert die SPD-Opposition. Als Beispiele nannten die Sozialdemokraten in ihrem Antrag die Wohnungskonzerne Vonovia und LEG, die Unternehmen Thalia und Esprit sowie die neuen Eigentümer des verkauften Handelsunternehmens Real. Die Landesregierung müsse im Parlament Position zur „Tarifflucht“ beziehen.

Blick auf den Landtag in NRW. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Im Einzelhandel fielen nur noch 30 Prozent der Beschäftigten unter den Geltungsbereich eines Flächen-Tarifvertrags, bemängelt die SPD in ihrer Vorlage an den Landtag. Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds entgehen dem Fiskus und den Sozialversicherungen allein in NRW jährlich Milliardensummen „aufgrund von Tarifflucht und Lohn-Dumping“. Das wirke sich gleichzeitig auf die Kaufkraft aus. „Mit flächendeckender Tarifbindung hätten die Beschäftigten in NRW rund 3,2 Milliarden Euro mehr pro Jahr im Portemonnaie“, argumentierten die Sozialdemokraten.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-390689/2

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