NRW

Afrikaner vor Zug gestoßen: Obdachloser vor Gericht

Prozesse

Dienstag, 3. November 2020 - 16:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Krefeld. Ein Obdachloser hat gestanden, einen Mann aus Eritrea in Krefeld vor einen fahrenden Zug gestoßen zu haben. Der Drogenabhängige muss sich seit Dienstag wegen versuchten Totschlags vor dem Krefelder Landgericht verantworten. Das Opfer habe ihn zuvor provoziert, sagte der 35-jährige Angeklagte. Außerdem habe er den herannahenden Zug nicht bemerkt. Laut Anklage war die Tat nicht rassistisch motiviert.

Das 37-jährige Opfer konnte sich laut Anklage mit einem Sprung zur Seite unverletzt retten. Sein Rad war vom Zug zermalmt worden. Die Tat geschah vor einem Jahr. Der 37-jährige habe ihn körperlich und verbal attackiert, behauptete der Angeklagte. So soll er ihn auf dem Bahnsteig mehrfach mit seinem Rad umrundet und dann seine letzte Bierflasche umgestoßen haben. Der Lokführer hatte damals eine Notbremsung eingeleitet. Zeugen hatten den Vorfall beobachtet und den Drogenabhängigen bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Das Opfer soll am kommenden Verhandlungstag als Zeuge gehört werden. Dem Angeklagten werden in dem Prozess auch noch elf Fälle von Beschaffungskriminalität vorgeworfen. Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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