NRW

„Ankerzentren“ für Asylbewerber: NRW will mitmachen

Migration

Donnerstag, 3. Mai 2018 - 14:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Düsseldorf. Drei Bundesländer haben bislang Interesse bekundet, sich an der Pilotphase für die geplanten Asyl- und Abschiebezentren zu beteiligen - darunter NRW. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, sagte am Donnerstag in Berlin, für die sogenannten Ankerzentren hätten sich im ersten Anlauf Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen gemeldet. Er habe sich aber vorgenommen, noch weitere Bundesländer mit ins Boot zu holen. Vor allem Niedersachsen und ein östliches Bundesland hätte er gerne dabei, sagte Teichmann. 

Die SPD hatte die Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für Asyl- und Abschiebezentren kritisiert. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Mittwoch erklärt: „Ich wünsche viel Spaß bei der Suche nach geeigneten Standorten und den Gesprächen mit den zuständigen Landräten.“ Insbesondere, wenn in diesen Zentren vor allem junge Männer ohne Bleibeperspektive untergebracht würden, werde sich so schnell keine Kommune freiwillig melden. 

SPD und Union hatten sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf die Einrichtung von Zentren für die Aufnahme von Schutzsuchenden geeinigt. Dort sollen auch Asylverfahren stattfinden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden. Seehofer will die ersten dieser Einrichtungen bereits im August oder September in Betrieb nehmen - also noch vor der Landtagswahl in Bayern im Oktober. 


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.