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NRW

Anteil von Azubis mit Abi oder Fachabi wächst

Bildung

Freitag, 8. Juni 2018 - 07:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Immer mehr Schüler machen Hochschul- oder Fachhochschulreife - das kommt auch in Ausbildungsberufen an: Der Anteil der Azubis mit Abi oder Fachabi wächst. Häufig fehlt es diesen Bewerbern nach dem Abschluss laut Wirtschaftskammern aber an Orientierung.

Abiturienten schreiben die Abiturprüfung in Deutsch. Foto: Armin Weigel/Archiv

In Nordrhein-Westfalen haben immer mehr Auszubildende Abitur oder Fachabitur. Fast jeder zweite Azubi in Industrie und Handel besaß im vergangenen Jahr die Hochschul- oder Fachhochschulreife, im Handwerk war es knapp jeder fünfte, wie die Wirtschaftskammern in NRW auf Anfrage mitteilten. Ihr Anteil hat sich in den vergangenen elf Jahren verdoppelt beziehungsweise verdreifacht. Der Trend geht damit einher, dass immer mehr Schüler Abi oder Fachabi machen.

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Laut NRW-Schulministerium stieg ihr Anteil an allen Schulabgängern von 2006 bis 2016 von rund 31 auf knapp 43 Prozent - ein Großteil davon sind Abiturienten. Über die Gründe dieser Entwicklung gibt es verschiedene Ansichten. So sinken nach Meinung des Frankfurter Bildungsforschers Hans Peter Klein die fachlichen Ansprüche des Abiturs in Deutschland. Der NRW-Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Stefan Behlau, meint hingegen, dass aus gesellschaftlichen Gründen mittlerweile viele Jugendliche das Abitur anstrebten und die Schüler sich intensiver vorbereiteten.

Die Entwicklung stellt die Wirtschaftskammern vor Herausforderungen. Sie bemängeln, dass diese Bewerber nach dem Abschluss häufig nicht fit für den Start ins Berufsleben oder die Uni sind. Etwa an Gymnasien werde auf Berufsorientierung und Bewerbungstraining weniger Wert gelegt als an Haupt- oder Realschulen, sagte der Bildungsexperte des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT), Andreas Oehme.

In einem bildungspolitischen WHKT-Papier heißt es, dass heute vor allem Abiturienten, Fachabiturienten und Studienabbrecher Beratung bei den Wirtschaftskammern suchten. Die Kammern bemängeln zudem schlechte Noten bei vielen Bewerbern und wachsenden Mangel an sozialen Kompetenzen.

Dass aber etwa Hauptschüler heute leer ausgehen, weil Abiturienten ihnen die Leerstellen wegschnappen, sieht Oehme nicht. Es gebe immer mehr offene und unbesetzte Ausbildungsstellen: „Das Handwerk benötigt Schulabsolventen mit allen Abschlüssen.“

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