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Anti-Rassismus-Organisationen kritisieren Tönnies

Fußball

Dienstag, 6. August 2019 - 05:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Vor der Anhörung des Schalker Ehrenrats wird Aufsichtsratschef Clemens Tönnies für seine Aussagen über Afrikaner auch von Anti-Rassismus-Organisationen scharf kritisiert. „Die Aussagen sind nicht mehr im Rahmen des Tolerierbaren“, sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung Amadeu Antonio, der Deutschen Presse-Agentur. Für Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland bestätigten Tönnies' „höchst problematische Aussagen“, dass „dieses kolonial-rassistische Bild von Afrika immer noch Bestand hat und Teil des Diskurses ist.“

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/Archivbild

Die aktuelle Diskussion zeige aber auch, „dass die Aussagen kritisch besprochen und gesehen werden. Da ist ein Fortschritt erkennbar“, sagte Della. Reinfrank bewertet zudem die Klarstellung des Schalke-Chefs kritisch. „Die Aussagen sind nicht, wie er selbst sagt, unangebracht, sondern falsch und rassistisch.“ Der Deutsche Fußball-Bund und auch Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 dürften die Angelegenheit nicht unter den Teppich kehren. Tönnies dürfe sein Amt als Aufsichtsratschef nur behalten, wenn er bereit sei, sich mit seinem „problematischen Weltbild“ auseinanderzusetzen, sagte Reinfrank.

Der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück hatte in der Vorwoche beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte der 63-Jährige. Am Dienstag soll der Club-Boss vor dem Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten Rede und Antwort stehen.


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