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NRW

Apotheker-Prozess: Nebenklage spricht von Tötungsvorsatz

Prozesse

Montag, 13. November 2017 - 11:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Essen. Im Prozess um mutmaßlich gestreckte Krebsmedikamente stellt ein Nebenklage-Anwalt die Zuständigkeit des Gerichts infrage. Dass der angeklagte Apotheker Medikamente gepanscht habe, sei ein Mordversuch aus Habgier, argumentierte Siegmund Benecken, der eine der betroffenen Frauen vertritt. Das Verfahren gehöre deshalb vor das Schwurgericht, das über entsprechend schwerwiegende Anschuldigungen verhandelt. Der Prozess startete am Montag aber vor der 21. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts. Das Gericht will über Beneckens Antrag aber erst entscheiden, wenn die umfangreiche Anklage verlesen wurde.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv

Dem Apotheker aus Bottrop wird vorgeworfen, Krebsmedikamente zu gering dosiert, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet zu haben. Dadurch soll den gesetzlichen Krankenkassen ein Schaden von rund 56 Millionen Euro entstanden sein. Der Fall reicht bis nach Baden-Württemberg.

Benecken hatte zuvor betont, der Angeklagte habe „aus grenzenloser Menschenverachtung und eiskaltem Gewinnstreben“ gehandelt und dabei in Kauf genommen, dass Krebspatienten früher stürben.


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