Archiv-Einsturz: Staatsanwaltschaft prüft weitere Anklage

dpa/lnw Köln. Im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs könnte es bald einen weiteren Angeklagten geben. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen einen Oberbauleiter wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung, sagte eine Sprecherin der Kölner Behörde am Donnerstag. Sollte sich ein hinreichender Tatverdacht bestätigen, werde Anklage gegen den Mann erhoben. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Archiv-Einsturz: Staatsanwaltschaft prüft weitere Anklage

Trümmer liegen an der Stelle, an der sich das Stadtarchiv befand. Foto: Oliver Berg/Archiv

Im Fall einer Anklage wäre der für den Spezialtiefbau verantwortliche Ingenieur nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ der ranghöchste Vertreter der am U-Bahn-Bau beteiligten Firmen, der sich vor Gericht verantworten müsste. Der Verdacht gegen den Oberbauleiter beruhe auf Angaben, die einer der Angeklagten im Prozess gemacht habe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Demnach soll sein Vorgesetzter von Problemen bei den Bauarbeiten gewusst haben.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben Fehler bei den Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Haltestelle dazu geführt, dass das Stadtarchiv am 3. März 2009 zusammenbrach. Zwei Anwohner kamen ums Leben, es entstand ein Milliardenschaden. In dem seit gut sechs Wochen laufenden Prozess vor dem Kölner Landgericht sind bislang fünf Mitarbeiter von Baufirmen und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt.