NRW

Auftakt im Prozess um illegalen Dopinghandel für Bodybuilder

Prozesse

Mittwoch, 10. März 2021 - 14:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Mönchengladbach. In einem Prozess um ein ausgehobenes Dopinglabor in Mönchengladbach hat der Anwalt des Hauptangeklagten ein Geständnis seines Mandanten angekündigt. Der 45-Jährige wolle am nächsten Verhandlungstag aussagen, erklärte der Jurist am Mittwoch zum Auftakt des Verfahrens am Mönchengladbacher Landgericht. Im Gegenzug hoffe er auf eine Bewährungsstrafe.

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

In dem Prozess geht es um einen mutmaßlich großangelegten Handel mit Dopingmitteln. Die drei angeklagten Frauen und vier Männer im Alter zwischen 31 und 56 Jahren sollen illegal Dopingmittel hergestellt und bei Bodybuildern vertrieben haben. Die nötigen Grundstoffe und fertigen Mittel hätten die mutmaßlichen Drahtzieher kiloweise günstig in China bestellt und sich per Paket zusenden lassen. Beamte nahmen die Angeklagten nach monatelangen Ermittlungen Mitte August 2019 fest. Dabei hoben sie auch ein Dopinglabor in einer Dachwohnung aus.

Die Ermittler stellten den Angaben zufolge kiloweise Dopingmittel sicher. Experten gehen davon aus, dass die mutmaßlichen Täter je nach Portionierung mit den Aufbaupräparaten, Anabolika und Steroiden einen einstelligen Millionenumsatz gemacht haben könnten. Die Verteidiger sprechen dagegen nur von einem fünfstelligen Umsatz. Dieser beziehe sich aber nur auf die angeklagten Taten, hieß es bei Gericht.

Auf die Spur der Dopingmittelproduzenten und Händler waren die Ermittler gekommen, nachdem sie an Flughäfen in Paris und Köln Pakete mit Doping-Wirkstoffen aus China abgefangen hatten. Die männlichen Angeklagten betreiben selbst teilweise seit Jahrzehnten Bodybuilding und sagten zum Prozessauftakt, dass man in dem Bereich ohne illegale Substanzen kaum richtige Muskeln aufbauen könne. „Das machen alle“, sagte der 45 Jahre alte Hauptangeklagte.

Ein 33-jähriger Angeklagter hatte bereits nach der Festnahme bei der Polizei die Vorwürfe gestanden. Für den Prozess sind bis Mitte Mai noch zehn weitere Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210310-99-764344/2

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