NRW

Ausfalltage wegen Psyche in NRW auf Höchststand

Arbeit

Donnerstag, 11. März 2021 - 06:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. 2020 hatten Beschäftigte des Gesundheitswesens in NRW mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. Die Belastungen durch die Pandemie seien deutlich, meint die DAK. Zuvor hatten Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen den Spitzenplatz.

Ein Schild weist auf eine Praxis für Psychotherapie hin. Foto: Jens Wolf/zb/dpa/Archivbild

Die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen sind in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Krankenkasse DAK-Gesundheit im Corona-Jahr 2020 auf eine Rekordhöhe gestiegen. In NRW kamen deshalb auf 100 erwerbstätige Versicherte der Kasse im Schnitt 282 Fehltage, im Bundesdurchschnitt waren es rund 265, teilte die DAK in Düsseldorf mit. Dabei hatte das Gesundheitswesen den größten Zuwachs: Bei Beschäftigten wie Krankenschwestern, Arzthelfern oder angestellten Ärzten gab es einen Zuwachs der Fehltage wegen Depressionen und anderer psychischer Krankheiten von 18 Prozent. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr betraf hauptsächlich Frauen.

Damit verdrängten die Beschäftigten in Krankenhäusern und Arztpraxen die öffentliche Verwaltung vom ersten Platz der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen. „Die Belastungen durch die Pandemie wurden hier offensichtlich“, erklärte die DAK-Gesundheit. In der Verwaltung hätten sie scheinbar etwas abgenommen. „Vielleicht ist auch die Arbeit im Homeoffice ein positiver Faktor gewesen“, mutmaßte Klaus Overdiek, der Leiter der DAK-Landesvertretung in NRW. Generell nehmen Fehltage mit psychischer Ursache seit Jahren zu. Die DAK ist die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands und hat 5,6 Millionen Versicherte, davon über eine Million in NRW.

Die Kasse betonte in ihrem Psychreport, dass 2020 in dem Bereich ein Trend zu längeren Krankschreibungen deutlich wurde. In die Analyse flossen Daten von mehr als 400 000 in NRW bei der Kasse Versicherten ein sowie die Fehlzeiten mit einer psychischen Diagnose. Die durchschnittliche Dauer eines psychischen Krankheitsfalls sei mit 43 Tagen so lange wie noch nie zuvor, erklärte die Kasse. Ein anderer häufiger Grund für Krankschreibungen sind Rückenbeschwerden.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-773107/2

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