NRW

Ausstellung: Kenianischen Kulturgütern in westlichen Museen

Museen

Donnerstag, 27. Mai 2021 - 13:16 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Viele historische Kulturgüter aus Kenia befinden sich heute in Museen in Europa und den USA: Sie wurden während der britischen Kolonialherrschaft (1895 bis 1963) außer Landes gebracht. Unter der Überschrift „Invisible Inventories“ zeigt eine Ausstellung im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum von Freitag an, welche Auswirkungen das Fehlen dieser Objekte für Kenia hat.

Das Rautenstrauch-Joest Museum in Köln. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

„Die Ausstellung erzählt von Abwesenheit und Verlust“, sagte Museums-Direktorin Nanette Snoep am Donnerstag. „Es ist eine traumatische Erfahrung, seines kulturellen Erbes beraubt zu werden.“ Es gehe um koloniale symbolische Gewalt, die tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis eines Volkes hinterlassen habe.

Gezeigt wird die gesamte Sammlung von 82 kenianischen Objekten, die das Kölner Museum im 20. Jahrhundert erworben hat - vor allem Alltagsdinge wie Kleidung, Schmuck, Haushaltsgegenstände oder Waffen. In Videoinstallationen kommen Vertreter lokaler Gemeinschaften zu Wort.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts unter Leitung des „International Inventories Programme“, zu dem neben mehreren Museen auch ein kenianisches Künstlerkollektiv gehört. In einer digitalen Datenbank wurden kenianische Kulturgüter erfasst, die sich im Besitz von Museen des „Globalen Nordens“ befinden. Sie enthält inzwischen mehr als 32 000 Objekte aus 30 Institutionen.

Die Ausstellung war zuerst in abgewandelter Form im Nationalmuseum Nairobi zu sehen. In Köln läuft sie bis zum 29. August und wandert dann weiter ins Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main.

© dpa-infocom, dpa:210527-99-762133/3

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