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Bayer glaubt nicht an Wunder - will aber „einen raushauen“

Fußball

Dienstag, 5. November 2019 - 16:47 Uhr

von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Leverkusen. Bayer Leverkusen ist in der Champions League schon nach drei von sechs Spielen so gut wie ausgeschieden. Dennoch ist das Spiel am Mittwoch gegen Atlético Madrid in vielerlei Hinsicht wichtig.

Peter Bosz, Trainer von Bayer Leverkusen, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Marcel Kusch/dpa

Über Newcastle United hat dieser Tage in Leverkusen niemand geredet. Die Engländer haben im Herbst 2002 als einziges Team in der 26-jährigen Geschichte der Champions League die Vorrunde überstanden, obwohl sie die ersten drei Spiele allesamt verloren haben. Dieses Beispiel hat bei Bayer niemand bemüht, denn an ein Champions-League-Wunder glaubt keiner mehr ernsthaft. Doch beim echten Charaktertest am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) gegen Atlético Madrid will Bayer noch „einen raushauen“.

So formuliert es Routinier und Abwehrchef Sven Bender. Wohl wissend, dass es im vierten Gruppenspiel angesichts der fast aussichtslosen Lage vor allem um drei wichtige Dinge geht: Um die Ehre nach bisher null Punkten und keinem selbst erzielten Tor. Um neues Selbstvertrauen und Geschlossenheit für die Fußball-Bundesliga. Und ums Überwintern in der Europa League.

„Wir müssen alles versuchen, damit wir Dritter werden“, fordert Sportchef Rudi Völler. Und auch Stürmer Kevin Volland spricht von nichts anderem mehr. „Wir wollen ja noch in die Europa League kommen. Deswegen müssen wir schauen, dass wir gewinnen, zumindest aber nicht verlieren“, sagt Volland und gewinnt der Situation etwas Gutes ab. Denn taktieren sollte nun keine Option sein. „Wir haben nicht mehr so viel zu verlieren. Deswegen können wir mutig auftreten und mit offenem Visier spielen.“

Trainer Peter Bosz hat die Hoffnung dagegen zumindest offiziell nicht aufgegeben. „Die Chance ist klein“, sagt der Niederländer: „Aber so lange sie da ist, muss man versuchen, sie zu nutzen.“

Doch klar ist: Nach sieben Pflichtspielen mit nur einem Sieg - einem mühsamen 1:0 im Pokal gegen Bundesliga-Schlusslicht Paderborn - und dem Absturz auf Rang zehn der Liga ist die Zeit der Ausreden vorbei. Nach dem 1:2 gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am Samstag kritisierte Völler die Spieler Wendell („Es gibt, glaube ich, keinen Bundesliga-Spieler, der so viel ausrutscht“) und Leon Bailey („Die Rote Karte war blöd und völlig unnötig“). Bosz sprach von der „schlechtesten Halbzeit, seit ich hier bin“.

Auch innerhalb des Teams wird der Ton rauer. Gefühlt entstehen dort zwei Lager zwischen Künstlern und Arbeitern. „Wir verlassen uns zu sehr auf Mitspieler“, sagt Volland: „Wir dürfen uns kein Halbgas erlauben.“ Und Sven Bender fordert Taten statt Worte. „Wir sollten vielleicht aufhören, über irgendwelche großen Ziele zu sprechen, sondern einfach Woche für Woche unsere Arbeit machen“, sagt der frühere Nationalspieler: „Ich habe noch keinen gesehen, der ganz einfach oder leicht viel erreicht hat.“

Auch deshalb geht es für Bayer am Mittwoch vor allem darum, eine Trotzreaktion zu zeigen. Zumal ein Sieg wegen des Modus' ein Muster ohne Wert sein könnte. Denn wenn man davon ausgeht, dass Lok Moskau seine Spiele gegen Madrid und Juventus Turin verliert, fällt die Entscheidung um Platz drei sowieso im direkten Duell in drei Wochen in Russland. Und dort würde Bayer selbst bei einem Sieg gegen Madrid kein Unentschieden reichen, um das Minimalziel zu sichern.

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