Bayer legt weitere Milliarden für Glyphosatstreit zur Seite

dpa Leverkusen. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer legt für den ohnehin schon teuren Glyphosatrechtsstreit in den USA weitere Milliarden zur Seite. Für das zweite Quartal 2021 werde eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von brutto 4,5 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) vor Steuern und Abzinsung gebildet, um mögliche langfristige Risiken zu reflektieren, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Das geschehe, falls das oberste US-Gericht einen wegweisenden Fall entweder nicht zur Verhandlung annehme oder im Sinne der Kläger urteile. In diesem Fall würde Bayer ein eigenes Programm aufsetzen, um mit weiteren Klagen in der Sache umzugehen. Gleichwohl zeigte sich der Konzern zuversichtlich, dass der Supreme Court ein für das Unternehmen vorteilhaftes Urteil fällt.

Bayer legt weitere Milliarden für Glyphosatstreit zur Seite

Das Bayer-Kreuz leuchtet in der Dämmerung. Foto: Oliver Berg/dpa

Konzernchef Werner Baumann setzt große Hoffnungen in die Entscheidung des Gerichts. Dabei geht es um den Fall des Klägers Edwin Hardeman, der Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich macht, und dem insgesamt gut 25 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen wurden. Bayer will den aktuellen Angaben zufolge den Antrag auf Überprüfung des Hardeman-Falls im August einreichen, eine endgültige Entscheidung sei dann vermutlich 2022 zu erwarten. Von einem für Bayer positiven Urteil versprechen sich die Leverkusener eine Signalwirkung.

Das Management von Bayer versucht mit dem Schritt perspektivisch einen Schlussstrich unter den milliardenteuren Rechtsstreit zu ziehen. So wurde in einem umfangreichen Vergleich der Umgang mit bereits vorliegenden Klagen geregelt, wodurch Angaben vom Mai zufolge 96 000 Fälle endgültig beigelegt sind. Offen ist weiter der Umgang mit künftigen Klagen. Bayer hatte jüngst einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, nachdem ein Richter vorherige Lösungsvorschläge abgelehnt hatte. Alles in allem hat Bayer für das Gesamtpaket bisher mehr als 11 Milliarden Dollar vorgesehen, zu denen nun 4,5 Milliarden hinzukommen.

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