NRW

Bekannten der Tochter ermordet: Zweite Auflage vor Gericht

Prozesse

Donnerstag, 8. November 2018 - 04:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aachen. Ein Vater tötet einen jungen Mann, der über Facebook Kontakt zu seiner Tochter aufgenommen hatte. Er wird wegen Mordes verurteilt. Ob auch seine Frau und ein Freund den Mann tatsächlich töten wollten, müssen die Richter erneut klären.

Das Justizzentrum mit dem Amts- und Landgericht in Aachen. Foto: Marius Becker/Archiv

Die Ermordung eines jungen Mannes, der über Facebook Kontakt zu einem Mädchen aufgenommen hatte, wird am Landgericht Aachen vom heutigen Donnerstag an teilweise neu aufgerollt. Der Vater der Zwölfjährigen hatte den behinderten Mann im August 2015 in einem Hinterhalt mit einem Bajonettmesser erstochen. Er hatte angenommen, der 29-Jährige sei ein Pädophiler. Die Richter verurteilten ihn zu lebenslanger Haft und stellten die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Verurteilung seiner Frau und eines Freundes wegen Mordes hob der Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren auf. Die Aachener Richter müssen nun prüfen, ob die 33-jährige Mutter des Mädchens und der 29-jährige Freund der Familie tatsächlich eine Tötungsabsicht hatten. Beide sind Deutsche. Möglicherweise habe der Vater den behinderten jungen Mann auch im Alleingang getötet.

Der Vater hatte vor Gericht gestanden, dass der Mann eine „Abreibung“ bekommen sollte. Er habe ihn dann aber rasend vor Wut umgebracht. Doch diese Version einer ganz spontanen Tat sah das Gericht in dem Indizienprozess als widerlegt an.


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