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NRW

„Bestandsaufnahme Gurlitt“: Zweiter Teil wird präsentiert

Ausstellungen

Donnerstag, 2. November 2017 - 02:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Bonn. Die Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ stößt auf großes internationales Medieninteresse. Einen Tag nach Bern wird der zweite Teil in Bonn vorgestellt. Im Fokus steht hier die NS-Raubkunst.

Ausstellungseröffnung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ in Bern. Foto: Peter Klaunzer/Archiv

In der Bonner Bundeskunsthalle wird heute der zweite Teil der spektakulären Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ präsentiert. Der Fokus der rund 250 Werke aus der Sammlung von Hildebrand Gurlitt, eines der Kunsthändler Adolf Hitlers, liegt auf Bezügen zum strategisch organisierten Kunstraub der Nazis.

Am Mittwoch waren in Bern erstmals rund 150 Werke der von den Nazis als „entartet“ verfemten Kunst aus dem Gurlitt-Bestand präsentiert worden. Gurlitt hatte die Aufgabe, die in Museen beschlagnahmten Werke der Avantgarde gegen Devisen zu verkaufen

Der größte Teil des Bestandes von rund 1500 Kunstwerken war 2012 unter rechtlich umstrittenen Umständen bei Hildebrand Gurlitts Sohn Cornelius in München beschlagnahmt worden. Der 2014 gestorbene Cornelius Gurlitt bestimmte das Berner Kunstmuseum zum Erben aller von seinem Vater zusammengetragenen Kunstwerke.

Der vom 3. November bis 11. März laufende Bonner Teil der Doppelausstellung trägt den Untertitel „Der NS-Kunstraub und die Folgen“. Gezeigt werden Werke etwa von Cranach, Dürer, Monet, Manet, Degas, die Hildebrand Gurlitt zusammengetragen hatte. Anhand von Biografien verfolgter jüdischer Sammler sowie Briefen und Geschäftsbüchern wird Gurlitts zwiespältige Rolle als NS-Kunsthändler aufgearbeitet. Sechs Kunstwerke wurden bisher eindeutig als Raubkunst identifiziert. Beim größten Teil des Bestandes ist die Herkunft aber laut Forschern nicht mehr zweifelsfrei zu klären. Die Bern-Bonner Doppelausstellung wird von einem großen internationalen Medieninteresse begleitet.


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