Bielefeld droht Geisterkulisse gegen Bayern

dpa Bielefeld. Armina Bielefeld droht im ersten Duell mit Rekordmeister FC Bayern München seit elfeinhalb Jahren ein Geisterspiel. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz in Bielefeld am Donnerstag den im Corona-Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) aufgeführten Wert von 35 pro 100 000 Einwohner überschritt, werden die Tribünen der heimischen Arena am Samstag (18.30 Uhr) wohl leer bleiben. „Wir erwarten maximal 300 oder im schlimmsten Fall gar keine Besucher“, sagte Vereinssprecher Daniel Mucha am Donnerstag. Die Entscheidung dürfte spätestens am Freitag fallen. Ursprüngliche Pläne sahen 5460 Zuschauer vor.

Bielefeld droht Geisterkulisse gegen Bayern

Eine Reihe von Fußbällen auf dem Rasen. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild

Diese Aussichten schmälern die Vorfreude der Ostwestfalen auf das erste Bundesliga-Topspiel am Samstagabend in der Vereinshistorie. „Für alle Fans, die jahrelang solchen Spielen entgegengefiebert haben, ist das sehr schade. Und schade ist es auch für die Profis, die in der vergangenen Saison Großes geleistet haben, um genau solche Spiele zu erleben“, klagte Samir Arabi.

Doch der Bielefelder Sportchef hofft, dass dem Aufsteiger auch ohne die Unterstützung der Fans ein Coup gegen die vermeintlich übermächtigen Münchner gelingt: „Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft alles raushauen wird, um den Zuschauern vor dem Fernseher ein gutes Gefühl zu geben.“

An Motivation wird es dem Team nach Einschätzung von Uwe Neuhaus trotz wohl leerer Tribünen nicht mangeln. „Der Gegner heißt Bayern München, da hat man schon in der Vorbereitung das Leuchten in den Augen der Spieler gesehen“, sagte der Coach.

Neuhaus sieht trotz der Ausfälle von Andreas Voglsammer, Cebio Soukou und Cedric Brunner eine Minimalchance: „Wenn man sieht, wie der FC Bayern besetzt ist, hat man in neun von zehn Spielen keine Chance. Aber wir wollen jetzt nicht neun Spiele warten, sondern wir wollen da sein, wenn die Bayern uns unterschätzen oder nicht an ihre hundertprozentige Form herankommen.“

Die Arminia setzt auf ihre Heimstärke. Seit über einem Jahr ging kein Spiel in der Schüco Arena verloren. Die letzte Niederlage gab es im DFB-Pokal am 29. Oktober 2019 gegen den FC Schalke 04 (2:3).