NRW

Bielefelds Coach Neuhaus sauer: Özil gratuliert Essen

Fußball

Dienstag, 15. September 2020 - 11:01 Uhr

von Von Ulli Brünger, dpa

dpa/lnw Essen. Das frühe Aus im Pokal in Essen ist für Arminia Bielefeld ein herber Stimmungsdämpfer. Trainer Uwe Neuhaus ist stocksauer und kündigt eine schonungslose Aufarbeitung an. Schließlich soll sich ein derartiger Auftritt zum Bundesliga-Start am Samstag nicht wiederholen.

Der Bielefelder Trainer Uwe Neuhaus beobachtet das Spiel. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Aktuell

Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus war nach dem blamablen Erstrunden-Aus seines Teams im DFB-Pokal restlos bedient. „Die erste Halbzeit ist nicht zu erklären, die war eine bodenlose Frechheit. Dafür habe ich momentan noch keine Begründung“, sagte der 60 Jahre alte Coach des Bundesliga-Aufsteigers erbost nach dem 0:1 (0:1) beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Schon nach dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison, der ersten Niederlage im Kalenderjahr 2020, ist die Aufstiegseuphorie beim Bundesliga-Rückkehrer dem Anschein nach verflogen. Der entscheidende Treffer war RWE-Torjäger Simon Engelmann am Montag schon in der 33. Spielminute gelungen. Nach dem Rückstand verstärkten die Ostwestfalen zwar ihre Offensivbemühungen, brachten den Ball gegen die wacker verteidigenden Rot-Weissen aber nicht mehr über die Linie.

„Die zweite Hälfte war okay. Da haben wir uns Chancen erspielt, sie aber leider nicht genutzt. Der Wille war da“, konstatierte Neuhaus. Besänftigt war er aber nicht. Nach so vielen Jahren ist der Fußballlehrer endlich in der Bundesliga angekommen, da verspürt er wenig Lust, sich mit Blick auf das Auftaktmatch am Samstag bei Eintracht Frankfurt die eigene Vorfreude vermiesen zu lassen. Und dies auch noch in der Revierstadt, wo er als Spieler und Trainer einst wirkte und 20 Jahre lang lebte.

„Das trübt die Laune natürlich, und die Niederlage wird uns wohl auch bis Frankfurt beschäftigen“, gestand Neuhaus ein. Für die nächsten Tage bis zum Ligastart kündigte er Ungemach für seine Spieler an: „Ich werde ein paar Sachen hinterfragen und direkt ansprechen. Die Mannschaft weiß, dass sie am Samstag ein anderes Gesicht zeigen muss.“

Bielefeld ist nach dem Scheitern von Hertha BSC bei Eintracht Braunschweig der zweite Erstliga-Club, der in Runde eins gegen einen unterklassigen Verein ausschied. Nicht zuletzt geht auch eine nicht unerhebliche DFB-Prämie von rund 270 000 Euro für den Einzug in die zweite Runde verloren. Exakt festgelegt ist der Betrag vom DFB noch nicht, aber: „So kannst du nicht auftreten“, sagte Neuhaus in der ARD, „wo es um so viel Geld geht, was in der heutigen Zeit jeder Club gut gebrauchen kann. Das kann ich dem Verein nicht erklären.“ Immerhin gab sich Stürmer Fabian Klos, noch einer der Engagiertesten, einsichtig. „Das war eine glatte Sechs im Zweikampfverhalten. Wenn wir im Kopf nicht bereit sind, sieht es so aus wie in der ersten Hälfte.

Beim Gegner herrschte dagegen pure Freude nach dem erstmaligen Einzug in die zweite Pokalrunde nach neun Jahren. „Insbesondere in der ersten Hälfte haben wir es überragend gemacht“, sagte Neuzugang Engelmann, der im vierten Pflichtspiel für Essen bereits sein sechstes Tor markierte. Mit seinem Ausbildungsverein freute sich Ex-Nationalspieler und 2014er-Weltmeister Mesut Özil, der bis zu seinem Wechsel nach Schalke 2005 fünf Jahre an der Hafenstraße kickte. „Stark gekämpft. Glückwunsch an meinen Ex-Verein. Grüße aus London“, schrieb der 31-Jährige vom FC Arsenal per Twitter.

Ihr Kommentar zum Thema

Bielefelds Coach Neuhaus sauer: Özil gratuliert Essen

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha