NRW

Bischof: Nach Missbrauchsstudie ein „Zeichen der Reue“

Kirche

Montag, 16. November 2020 - 13:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aachen. Nach der Veröffentlichung eines unabhängigen Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Bistum Aachen erwartet Bischof Helmut Dieser von den früheren Verantwortungsträgern ein „Zeichen der Reue“. „Es geht (...) darum, die eigene persönliche Verantwortung im systemischen Ganzen anzuerkennen“, sagte Dieser am Montag in einer Online-Pressekonferenz. „Ein solcher Prozess der Selbstreflexion tut weh. (...) Darum wünsche ich mir von den Verantwortlichen dafür auch ein Zeichen der Reue, der Besinnung, der Anerkennung dieser Verantwortung.“ Das könne den Betroffenen sehr helfen.

Der Bischof Helmut Dieser hält eine Predigt. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

Persönliche Mitverantwortung hatten die Gutachter unter anderem bei dem früheren Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff und dem früheren Generalvikar Manfred von Holtum gesehen. Im Bistum Aachen waren wiederholt Priester, die Kinder sexuell missbraucht hatten und dafür teilweise sogar ins Gefängnis gekommen waren, erneut in Gemeinden eingesetzt worden.

Bischof Dieser kündigte an, einen Fonds einzurichten, aus dem zum Beispiel Therapien für Missbrauchsopfer finanziert werden sollen. Die Gelder dafür sollen jedoch nicht aus Kirchensteuereinnahmen kommen, sondern durch „Verzichte“ aufgebracht werden. „Weil wir auch systemisch versagt haben, suchen wir auch im System nach systemischen Verzichten, aber darüber hinaus eben auch nach freiwilligen persönlichen Verzichten durch heute lebende Bischöfe und Priester“, sagte Dieser. Was die Kirche brauche, sei ein Kulturwandel: Die Perspektive der Opfer müsse künftig im Mittelpunkt stehen.

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