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NRW

Blaulicht-Fahrt mit tödlichem Unfall: Verfahren eingestellt

Prozesse

Dienstag, 9. Juni 2020 - 17:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Nach einem Blaulicht-Unfall, bei dem eine 26-jährige Fußgängerin tödlich verletzt wurde, hat das Bonner Amtsgericht am Dienstag das Verfahren gegen Geldauflagen eingestellt. Der Fahrer eines Notarztwagens, der mit Blaulicht über eine Kreuzung in Bonn gefahren war, muss 6000 Euro zahlen, eine Taxifahrerin 1200 Euro.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Die Richterin begründete die Einstellung damit, dass es sich bei dem Unfall „um eine tragische Verkettung unglücklicher Umstände“ gehandelt habe. Beide Angeklagte trügen zwar jeweils eine minimale Schuld an dem Geschehen, die jedoch erst durch das Zusammenspiel zu dem Tod der jungen Frau geführt hat.

Am 29. September 2018 war der 47-jährige Fahrer des Notarztwagens auf der Einsatzfahrt trotz seiner Sonderrechte bei roter Ampel zu schnell - mit 100 Stundenkilometern - in die Kreuzung eingefahren; die 63-jährige Taxifahrerin hingegen hätte - so der Vorwurf - stoppen müssen, als sie das Martinshorn hörte. Obwohl sie nicht sehen konnte, woher der Rettungswagen kam, war sie, um sich zu orientieren, langsam bei Grün in die Kreuzung eingefahren.

Beide Auto prallten zusammen, nach dem Zusammenstoß war der Notarztwagen über das Taxi geflogen und hatte sich vierfach überschlagen. Dabei hatte er die Fußgängerin, die an einer Fußgängerampel stand, über 60 Meter mitgerissen. Die 26-Jährige war so schwer verletzt worden, dass sie trotz Reanimationsversuchen noch am Unfallort starb. „Die junge Frau hat keine Chance gehabt, als der rote Wagen auf sie zuflog, sie hat noch die Arme gehoben, da wurde sie schon mitgerissen“, erinnerte sich ein Zeuge.

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