NRW

Böllerwerfer bei RWE-Regionalligaspiel soll ins Gefängnis

Donnerstag, 15. Dezember 2022 - 12:40 Uhr

von dpa

© Maik Hölter/Team2sportphoto/dpa/Archivbild

„Der Verurteilung liegt die Überzeugung des Gerichts zugrunde, dass der Angeklagte am 20.2.2022 während des Regionalligaspiels RWE gegen Preußen Münster einen Knallkörper warf, der neben den Ersatzspielern von Preußen Münster detonierte“, hieß es in der Mitteilung. Dadurch hätten zwei Ersatzspieler, der Athletiktrainer von Münster sowie ein Balljunge Knall-Traumata erlitten.

Die Polizei war dem mutmaßlichen Böllerwerfer bei der Auswertung von Fotos und Videos durch ein auffälliges Gesichtstattoo auf die Spur gekommen. Vor Gericht schwieg der Mann. Sein Anwalt plädierte auf Freispruch, weil die Täterschaft durch die Videos nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei. Dem folgte das Gericht nicht.

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Das Urteil gegen den 29-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig. Laut einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ will der Verurteilte in Berufung gehen. Bei dem Spiel war beim Stand von 1:1 in der 72. Minute ein sogenannter Polenböller aus der Essener Fankurve in Richtung Spielfeld geflogen, wo sich Münsters Auswechselspieler aufhielten. Das Spiel wurde abgebrochen und später als Niederlage für RWE gewertet. Außerdem mussten die Essener 15.000 Euro Geldstrafe zahlen. Durch den Verlust von drei Punkten war sogar der Aufstieg von RWE in die 3. Liga zwischenzeitlich in Gefahr geraten.


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