NRW

Bosbach-Kommission macht Vorschläge für Kinderschutz

Regierung

Mittwoch, 29. Mai 2019 - 12:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Unter dem Eindruck des schweren Kindesmissbrauchsfalls von Lügde hat die nordrhein-westfälische Bosbach-Kommission zur Verbesserung der inneren Sicherheit Vorschläge für einen strikteren Kinderschutz vorgelegt. Vor allem das Frühwarnsystem müsse gestärkt werden, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Zwischenbericht. So plädieren die Experten für einen engeren Ärzteaustausch und eine Datenbank bereits für vage Verdachtsfälle bei Gewalt gegen Kinder. Dafür müssten Datenschutzregeln gelockert werden. Das Problem derzeit sei, dass mögliche Täter oft den Kinderarzt wechselten, um Übergriffe auf Kinder zu verschleiern.

Wolfgang Bosbach, Mitglied der Bosbach-Kommission, aufgenommen in der Staatskanzlei. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Das Gremium fordert neben mehr Personal für Behörden auch die Stärkung der Jugendämter, um bei Gefahr schwerwiegender Misshandlungen Kinder schneller in Obhut nehmen zu können. Außerdem solle durch verschiedene Maßnahmen die Anzahl der Vernehmungen betroffener Kinder so gering wie möglich gehalten werden. Auch Vorschläge für eine bessere Sicherung von digitalen Beweismitteln legte die Kommission vor. Im Fall des massenhaften Missbrauchs in Lügde waren mehr als 150 Datenträger bei der Polizei verschwunden.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte die 16-köpfige Kommission unter Führung des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach Ende 2017 berufen. Die unabhängigen Experten sollen Defizite in der Sicherheitsarchitektur aufspüren und Verbesserungsvorschläge machen.


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