Braunkohlegegner im Hungerstreik: Protest gegen Gewahrsam

dpa Erkelenz/Aachen. Acht Braunkohlegegner, die am Sonntag im rheinischen Tagebau Garzweiler einen Kohlebagger besetzt hatten, setzen ihren Hungerstreik in Gewahrsamszellen der Polizei in Nordrhein-Westfalen fort. Sie hatten am Montag mit dem Hungerstreik begonnen, nachdem eine Richterin sie auf der Grundlage des reformierten NRW-Polizeigesetzes bis längstens diesen Freitag in Gewahrsam geschickt hatte. Einige der Frauen und Männer verweigerten auch das Trinken, sagte ein Aachener Polizeisprecher am Mittwoch. Ihr Gesundheitszustand werde sorgfältig beobachtet, sagte der Sprecher. Zwei weitere Aktivisten seien ebenfalls in Gewahrsam, essen und trinken aber normal.

Braunkohlegegner im Hungerstreik: Protest gegen Gewahrsam

Bei Keyenberg geht der Demonstrationszug vor einem Schaufelbagger vorbei. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Nach Polizeiangaben hatten am Sonntag insgesamt zwölf Frauen und Männer den Kohlebagger besetzt und waren dann zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam gekommen. Sie hätten keine Ausweispapiere dabei gehabt und die Identität nicht genannt. Außerdem waren ihre Fingerkuppen verklebt, um die Abnahme von Fingerabdrücken zu verhindern. Laut Polizei haben inzwischen zwei Männer ihre Namen genannt und wurden entlassen.

Das Ende 2018 reformierte NRW-Polizeigesetz erlaubt auf richterliche Anordnung bis zu sieben Tage Polizeigewahrsam zur Identitätsfeststellung.