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Brustimplantate-Skandal: Urteil gegen TÜV Rheinland erwartet

Gesundheit

Donnerstag, 11. Februar 2021 - 01:36 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aix-en-Provence. Im Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) will das Berufungsgericht in Aix-en-Provence heute sein Urteil gegen den TÜV Rheinland bekanntgeben. Das Handelsgericht von Toulon hatte den TÜV Rheinland 2017 zur Zahlung von etwa 60 Millionen Euro Schadenersatz an rund 20 000 Klägerinnen verurteilt. Es war der Auffassung, dass die Firma bei der Zertifizierung der PIP-Produktion ihre Pflichten verletzt habe. Der TÜV war gegen diese Entscheidung in Berufung gegangen.

Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Der TÜV Rheinland musste den Frauen damals bereits vorläufig den Schadenersatz zahlen. In Frankreich können sofortige Schadenersatzzahlungen auch dann angeordnet werden, wenn noch ein Berufungsverfahren läuft. Gegen den TÜV Rheinland laufen in Frankreich mehrere Verfahren - das aktuelle in Aix-en-Provence ist das größte. In einem Verfahren mit rund 400 Klägerinnen hatte das Berufungsgericht von Versailles eine Haftung des TÜV zuletzt verneint. In einem weiteren Verfahren mit rund 2000 Klägerinnen wird eine Entscheidung im Mai erwartet.

Der inzwischen insolvente Hersteller PIP hatte jahrelang billiges Industriesilikon für seine Implantate verwendet. Die reißanfälligen Implantate könnten Schätzungen zufolge weltweit bei Hunderttausenden Frauen eingesetzt worden sein. Der TÜV Rheinland hatte das Qualitätssicherungsverfahren von PIP zertifiziert. Die Klägerinnen werfen ihm deshalb Schlamperei vor. Das Unternehmen sieht sich dagegen selbst als Opfer der Täuschung von PIP.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-387183/3

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