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NRW

Brutale Tritte gegen den Kopf: Sechs Jahre Haft

Prozesse

Donnerstag, 25. Juli 2019 - 13:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Nach brutalen Tritten gegen den Kopf eines Mannes hat das Bonner Landgericht einen Angeklagten am Donnerstag zu sechs Jahren Haft wegen versuchten Totschlags verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 23-Jährige das Opfer getreten hatte, als es schon am Boden lag. Der 26-Jährige erlitt bei der Tat im Februar schwerste Kopfverletzungen. „Viel massiver kann Gewalt nicht sein“, sagte der Vorsitzende Richter.

Mit einem Richterhammer wie diesem wird auch in diesem Prozess Recht gesprochen. Foto: U. Deck/Archiv

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte habe gewusst, dass der 26-Jährige hätte sterben können. „In Kenntnis der Gefahr war es ihm egal, ob das Opfer tot bleibt oder nicht.“ Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger kündigte Revision an. Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt, eine Tötungsabsicht jedoch bestritten.

Die Kammer befand den 23-Jährigen auch der Beleidigung und des Widerstands gegen Polizeibeamte für schuldig. Er hatte im Januar in einem Schnellimbiss randaliert und sich massiv gegen seine Festnahme gewehrt. Vier Polizisten konnten ihn schließlich überwältigen.

Der junge Mann war Hauptangeklagter im Fall des zu Tode geprügelten Schülers Niklas in Bonn. Das Bonner Landgericht hatte ihn jedoch 2017 vom Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen. Der Täter, der Niklas 2016 niedergeschlagen hatte, ist bis heute unbekannt. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren inzwischen ohne Ergebnis eingestellt.

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