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NRW

Bürgermeister hat „große Bedenken“ gegen Geisterspiele

Fußball

Freitag, 24. April 2020 - 12:40 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Mönchengladbach. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hat Vorbehalte gegen die von der Deutschen Fußball Liga geplanten Geisterspiele. „Stand jetzt hätte ich große Bedenken, es zuzulassen, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass die Regeln, die im Augenblick gelten, dann auch tatsächlich eingehalten werden. Das kann ich im Augenblick noch nicht erkennen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in einem WDR 2-Interview.

Hans Wilhelm Reiners, Oberbürgermeister von Mönchengladbach. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Reiners äußerte die Sorge, dass sich Fußball-Fans bei Geisterspielen vor dem Stadion versammeln könnten und damit gegen das Versammlungsverbot in der Corona-Krise verstoßen würden. „Wir haben in Mönchengladbach die Erfahrung gemacht, dass sich mehrere Hundert Zuschauer vor dem Stadion auch durchaus dicht gedrängt versammelt haben. Und das ist ein Problem“, sagte er mit Bezug auf die Vorkommnisse beim ersten Geisterspiel der Bundesliga-Historie am 11. März zwischen der heimischen Borussia und dem 1. FC Köln.

„Ich erwarte von der DFL, aber auch von den einzelnen Clubs deutlich mehr in der Frage, was kann man tun, um Gesundheitsschutz auch außerhalb des Zauns rund ums Stadion zu gewährleisten. Ich bin sehr sicher, dass das innerhalb des Zauns sehr, sehr gut gelingen wird“, sagte Reiners.

Er sprach sich für einen stärkeren Dialog zwischen allen Beteiligten aus: „Wir müssen vor Ort entscheiden, ob wir solche Spiele untersagen oder nicht. Es bleibt dabei, dass die örtlichen Gesundheitsämter zuständig sind. Deshalb wünsche ich mir deutlich mehr Dialog sowohl zwischen Bundes- und Landesebene und den Kommunen, aber auch zwischen der DFL und den Kommunen. Es wäre auch ein wenig zu einfach, wenn die Vereine sagen, das ist nicht unser Problem, das müssen dann halt die Städte lösen.“

Zur Fortsetzung des Spielbetriebes hatte eine Experten-Kommission der DFL am Donnerstag ein Konzept vorgestellt. Dieses enthält strikte organisatorische Vorgaben. So sollen maximal ca. 300 Personen an der Durchführung einzelner Geisterspiele beteiligt werden - Spieler und Trainer eingeschlossen. Zudem gibt es klare Vorgaben für Hygienemaßnahmen.

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