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NRW

Bundesverfassungsgericht gewährt Manager Strafaufschub

Strafvollzug

Donnerstag, 16. Juli 2020 - 10:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Essen/Karlsruhe. Im Fall der nach einem tödlichen Brand bei Thyssenkrupp in Turin 2007 verurteilten deutschen Manager ist einem der beiden vom Bundesverfassungsgericht ein Strafaufschub gewährt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Essen am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Logo von Thyssenkrupp ist vor dem HKM-Stahlwerk auf einem Schild angebracht. Foto: Fabian Strauch/dpa

Der zum Haftantritt aufgeforderte Mann sei am Mittwoch zunächst fristgemäß in die zuständige Strafanstalt gekommen. „Kurz nach seiner Aufnahme hat uns jedoch ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14. 07. 2020 erreicht“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Essen, Oberstaatsanwältin Anette Milk. Darin habe ihm das Gericht per vorläufiger Anordnung einen Strafaufschub von längstens sechs Monaten gewährt. Der Verurteilte sei daraufhin wieder aus der Strafanstalt entlassen worden.

Die Behörde machte keine Angaben darüber, um welchen der beiden Manager es sich handelt. Auch die Gründe des Aufschubs wurden zunächst nicht bekannt. Der andere Manager hat laut Staatsanwaltschaft seine Haft bereits am 2. Juli angetreten.

Bei dem verheerenden Brand in dem Turiner Werk am 6. Dezember 2007 waren sieben Menschen gestorben. Die beiden Manager waren in Italien 2016 wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung zu 9 Jahren und 8 Monaten beziehungsweise 6 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden. Die Anklage hatte dem Unternehmen „bewusste Fahrlässigkeit“ und fehlende Investitionen in den Brandschutz vorgeworfen. Neben den beiden Deutschen wurden vier italienische Thyssenkrupp-Manager verurteilt.

Das Landgericht Essen hatte die Haftstrafen für die beiden Deutschen für vollstreckbar erklärt und die Höhe des Strafmaßes auf deutsches Recht angepasst. In Deutschland gilt für die Tatvorwürfe ein Höchst-Strafmaß von fünf Jahren.

Für beide ist der sogenannte offene Vollzug vorgesehen. Dabei dürfen die Häftlinge die Justizvollzugsanstalt verlassen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Laut Staatsanwaltschaft sind beide weiterhin bei Thyssenkrupp beschäftigt.

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