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NRW

Cannabisplantage in Bahnhof: „Gärtner“ sagt aus

Prozesse

Freitag, 29. Mai 2020 - 16:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Nach der Entdeckung einer illegalen Cannabisplantage im stillgelegten Bahnhof Bröl in Hennef muss sich ein 52-Jähriger seit Freitag vor dem Bonner Landgericht wegen bandenmäßigen Drogenhandels im großen Stil verantworten. In der Immobilie, die mutmaßlich von einer international agierenden Rauschgiftbande genau zu diesem Zweck angemietet worden war, wurden bei der Durchsuchung im November 2019 vom Zoll mehr als 1180 Hanfpflanzen beschlagnahmt, die kurz vor der Ernte standen. Laut Anklage hätten sie 195 Kilo Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von über einer Million Euro erbracht.

Eine Statue der Justita hält eine Waage in der Hand. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Der Angeklagte war bei der Durchsuchung als einziges Bandenmitglied festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Angeblich, so der 52-Jährige heute im Geständnis, sei er ausschließlich als „Gärtner“ für die Versorgung der Plantage angeheuert worden, die sich über drei Etagen - vom Keller bis zum Dachgeschoss - erstreckt hatte. Dafür habe man ihm, bei freier Kost und Logis, 500 Euro im Monat angeboten. Seine Auftraggeber will der Angeklagte laut Aussage nicht kennen.

In einem Kölner Café, in dem er auf Landsleute getroffen sei, habe man ihm im September 2019 das Angebot gemacht. Da er mittellos gewesen sei und auf der Straße gelebt hatte, sei er darauf eingegangen. Dass er damit eine Straftat begehe, so der Angeklagte heute, darüber habe er nicht nachgedacht. Bei dem Anklagevorwurf muss er mit einer Haftstrafe von 5 bis 15 Jahren rechnen.

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