NRW

Clankriminalität: Innenminister stellt „Siko Ruhr“ vor

Kriminalität

Dienstag, 10. Dezember 2019 - 06:18 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Bei der Bekämpfung von Clankriminalität arbeiten viele Behörden eng zusammen. Damit dies im Ruhrgebiet noch besser klappt, nimmt in Essen jetzt eine „Sicherheitskooperation Ruhr“ ihre Arbeit auf. Die „Siko Ruhr“ ist in einem Bürogebäude untergebracht.

Innenminister Herbert Reul (CDU, r) unterhält sich während einer Razzia mit einem Polizisten. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Im Kampf gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet werden die beteiligten Behörden künftig in einer gemeinsamen Dienststelle in Essen zusammenarbeiten. Vertreter von Polizei, Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Kommunen sitzen dabei unter einem Dach. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) stellt die neue „Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clankriminalität“, abgekürzt „Siko Ruhr“, am Dienstag (11.00 Uhr) in den Räumen der neuen Dienststelle vor. Die Siko solle Informationen sammeln sowie Maßnahmen gegen kriminelle Clans bündeln und koordinieren, hieß es in der Presseeinladung. Das Projekt wird im Rahmen der Ruhr-Konferenz umgesetzt. Die Bekämpfung von Clankriminalität ist einer der Schwerpunkte der Landesregierung.

Bei der Einrichtung der Siko greifen die Behörden auf ihre Erfahrungen aus einem „Innerbehördlichen Koordinierungskreis“ zurück, den es für Essen und Mülheim bereits seit Anfang 2017 gibt. In der Arbeitsgruppe stimmen Vertreter von Zollfahndung, der Städte Essen und Mülheim, der Steuerfahndung, der Polizei und der Staatsanwaltschaften Essen und Duisburg ihre Maßnahmen für Essen und Mülheim ab.

Das Landeskriminalamt hatte Mitte Mai das erste Lagebild zur Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Demnach sieht die Polizei in NRW 104 Clans mit kriminellen Mitgliedern am Werk. Allein in den Jahren 2016 bis 2018 sollen rund 6500 Verdächtige aus der Szene für mehr als 14 000 Straftaten verantwortlich gewesen sein.

In NRW gab es nach Angaben des Innenministeriums in diesem Jahr bislang 720 Razzien gegen Clankriminalität. Seit der Erfassung solcher Razzien im Juli 2018 gab es insgesamt 860 Durchsuchungen. Die Polizei registrierte laut Innenminister Herbert Reul (CDU) rund 14 000 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und nahm rund 340 Menschen fest.


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