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NRW

Contergan-Opfer warten noch immer auf Entschuldigung

Gesundheit

Freitag, 29. September 2017 - 08:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aachen. 60 Jahre nach Markteinführung des Schlafmittels Contergan warten viele Opfer noch immer auf eine Entschuldigung des Aachener Pharmakonzerns Grünenthal. „Es gibt sehr viele Contergangeschädigte, die bei dem Wort „Grünenthal“ komplett zumachen, die von Grünenthal nichts sehen und nichts hören wollen, bis es eine Entschuldigung gibt“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Contergangeschädigte, Georg Löwenhauser: „Es gibt bisher keine Entschuldigung für das Leid, das Grünenthal uns angetan hat.“

Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan. Foto: Frank Leonhardt/Archiv

Entschuldigt hatte sich Grünenthal 2012 dafür, nicht früher auf die Opfer zugegangen zu sein. Internationale Opferverbände hatten das als wertlos und sogar beleidigend bezeichnet.

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Mit der Markteinführung des Schlafmittels Contergan durch Grünenthal am 1. Oktober 1957 begann der größte Medikamenten-Skandal der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Rund 5000 Kinder bundesweit kamen mit schweren Missbildungen vor allem an Armen und Beinen zur Welt.

Von Grünenthal hieß es nun in einer aktuellen Stellungnahme: „Anlässlich des 60. Jahrestags der Markteinführung von Thalidomid in Deutschland drücken wir unser aufrichtiges Bedauern zur Thalidomid-Tragödie und den Folgen für betroffene Menschen und ihre Familien aus“. In der Vergangenheit habe das Unternehmen dies bereits vielfach zum Ausdruck gebracht. „Auch wir wünschten, die Tragödie wäre niemals geschehen.“


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