Corona-Beschränkungen sorgen für „Run auf Kleingärten“

dpa/lnw Essen. Die Corona-Beschränkungen haben die Nachfrage nach Kleingärten in Deutschland sprunghaft ansteigen lassen. „Es gibt mindestens eine Verdopplung der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr“, berichtet der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde als Dachverband von rund 893 000 Kleingarten-Pächtern. Vor allem in Großstädten seien die Gärten begehrt. „Schon vor Corona war die Nachfrage sehr hoch. Mit Corona ist sie nochmal gestiegen, die Wartezeiten werden immer länger“, sagte Verbandssprecherin Sandra von Rekowski. So gebe es in Berlin Gärten mit einer Wartezeit von sieben Jahren.

Corona-Beschränkungen sorgen für „Run auf Kleingärten“

Eine Frau kniet vor ihrem blühendem Beet in einer Parzelle. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

Der Geschäftsführer des Kleingärtner-Landesverbands Westfalen und Lippe in Lünen (Kreis Unna), Werner Heidemann, bestätigte: „Die Nachfrage nach Gärten hat zu Corona-Zeiten nochmal einen Schub erhalten.“ Er beobachte jedoch bereits seit einigen Jahren einen generationenübergreifenden „Run auf die kleinen Gärten“. Ralf Krücken vom Landesverband Rheinland sieht als wichtige Gründe ein gestiegenes Bewusstsein für gesunde Ernährung und den Wunsch, sich in der Freizeit mit der Natur zu beschäftigten.

In Nordrhein-Westfalen gibt es laut Umweltministerium insgesamt 118 000 Kleingärten in 1600 Kleingartenanlagen. Schwerpunkte sind das Ruhrgebiet und die Rheinschiene.