NRW

Corona-Krise fordert von Kommunen ungewöhnliche Maßnahmen

Kommunen

Montag, 13. April 2020 - 11:19 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. „Helden“ werden geehrt, die Musikschule wird digital. Die Coronavirus-Kontaktsperren stellen die Kommunen vor neue Aufgaben. So können etwa geschenkte Rollen mit Vliesstoff zu Schutzmasken verarbeitet werden.

Krisenstäbe, Videokonferenzen und ein Lieferservice aus der Stadtbücherei: Die Coronavirus-Pandemie fordert von Kommunen ungewöhnliche Maßnahmen. Die meisten Rathäuser hätten ihre Arbeit neu organisieren müssen, berichtete der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen.

In Troisdorf etwa koordiniert das Sozialamt eine Aktion zur Notversorgung mit Gesichtsmasken. Ein ortsansässiger Maschinenbauer hat der Stadt im Rhein-Sieg-Kreis kostenlos Rollen mit Vliesmaterial zur Herstellung von 150 000 Masken zur Verfügung gestellt. Bürger nähen daraus ehrenamtlich Mund- und Nasenmasken für Arztpraxen, Krankenhäuser und Rettungsdienste. In einer Turnhalle stellen Helfer die Stoffpakete zusammen und nehmen die fertigen Masken in Empfang.

In Hattingen hat die Stadtbibliothek für ihre Kunden, die in den eigenen vier Wänden bleiben sollen, einen Bestellservice ins Leben gerufen. Medien werden geordert und dann per Fahrrad von Kurieren ausgeliefert. Eine Kooperation mit dem örtlichen Allgemeinen Deutschen Fahrradclub macht das möglich. Die Musikschule der Stadt an der Ruhr hat digitale Alternativen zum herkömmlichen Unterricht im Angebot, etwa Tipps per Skype oder Lehrvideos auf der Webseite.

In Dormagen läuft die Kommunalpolitik über Videokonferenz ab: In wöchentlichen Schalten werden die Fraktionsvorsitzenden über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus informiert und umgekehrt beantwortet die Verwaltung die Fragen der Politik.

Brilon verschenkt an „Helden“ der Stadt Gutscheine - und auch diese Gutscheine erfüllen einen guten Zweck. Denn sie gelten vor Ort beim Einzelhandel, der besonders betroffen ist durch die verordnete Schließung wegen der Pandemie. Als „Briloner Helden des Alltags“ ehrt die Stadt im Sauerland diejenigen, die derzeit nicht geschützt im Homeoffice oder in Büros arbeiten.


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