Corona-Studie an Kitas: Infektionen im Normalbereich

dpa/lnw Düsseldorf. Welche Rolle spielen Kinder bei der Verbreitung des Coronavirus? Eine der bundesweit größten Studien bei Kita-Kindern in Düsseldorf bringt ein überraschendes Ergebnis. Aber eine klare Antwort ist daraus nicht abzuleiten.

Corona-Studie an Kitas: Infektionen im Normalbereich

Kinder sitzen in der Evangelischen Kindertagesstätte "Wasserblecher Kinder" beim Sport auf einer Bank. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archiv

Bei einer großen Corona-Studie unter mehr als 5200 Kindern und Beschäftigten in Düsseldorfer Kitas ist in den Proben nur eine Infektion bei einem Kind gefunden worden. Das teilte die Düsseldorfer Uniklinik am Donnerstag mit. Allerdings habe es nach Angaben des Gesundheitsamtes der Stadt während des vierwöchigen Studienzeitraums in den 115 beteiligten Einrichtungen weitere Corona-Infektionen bei Kindern und Beschäftigten gegeben, die nicht an der Studie teilgenommen hätten. Insgesamt wurden demnach zehn Neuinfektionen verzeichnet - zwei beim Personal und acht bei Kita-Kindern.

Ziel der Studie war, verlässliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob es in den Kita-Gruppen zu neu auftretenden Corona-Fällen kommt und dadurch Infektionsketten im Umfeld ausgelöst werden. Die Auswertung zeige, dass im Studienzeitraum die Häufigkeit von Neuinfektionen in den Kitas auf dem gleichen Niveau wie für die Stadt Düsseldorf insgesamt gelegen habe, erklärte Professor Jörg Timm, Direktor des federführenden Instituts für Virologie an der Uniklinik.

In einem Fall habe es Hinweise darauf gegeben, dass es innerhalb der Kita zu einer Übertragung von Sars-CoV-2 auf ein weiteres Kind und von dort auf Haushaltsangehörige gekommen sei. „Auf dieser Grundlage von erfreulich wenigen Infektionen ist eine klare Aussage dazu, welche Bedeutung Kinder als Infektionsquelle haben, leider nicht möglich“, sagte Timm.

An der Modellstudie hatten seit Anfang Juni 3955 Kinder und 1255 Beschäftigte teilgenommen. Sie wurden über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal wöchentlich auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus untersucht. Das Labor der Uniklinik analysierte fast 35 000 Speichelproben.