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NRW

Corona-Tests in freikirchlicher Gemeinde haben begonnen

Gesundheit

Mittwoch, 8. Juli 2020 - 11:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Euskirchen. Eltern und elf Kinder einer Familie in Euskirchen sind mit Corona infiziert. Sie gehören zu einer freikirchlichen Gemeinde, die jetzt unter Quarantäne steht. Für die komplette Gemeinde haben die Tests begonnen. Ein Lockdown ist laut den Behörden nicht auszuschließen.

Nach der Corona-Infektion von 13 Mitgliedern einer Familie in Euskirchen haben am Donnerstag nach Angaben des Kreises die Tests für Hunderte Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde begonnen. Die gesamte Euskirchener Mennoniten-Gemeinde, die auch komplett unter Quarantäne steht, muss sich diese Woche auf das Virus testen lassen, wie der Sprecher des Kreises Euskirchen am Donnerstag mitteilte. Das Kreis-Gesundheitsamt geht demnach von etwa 1000 zu testenden Menschen aus. Erste Ergebnisse könnten am Freitag vorliegen, sagte Behördensprecher Wolfgang Andres.

Dann werde sich zeigen, ob es Anzeichen für einen drohenden Lockdown gebe. „Wir haben knapp 200 000 Einwohner. Wenn wir knapp 100 Fälle hätten in Euskirchen, dann steht zumindest der Lockdown im Raum“, sagte Andres. Für den Fall habe der Kreis noch keinen Plan in der Schublade. Der Kreis müsse sich dann neu positionieren. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Proben werden demnach in einer Schule der Mennoniten-Gemeinde genommen, die bis zu den Sommerferien noch von Schülern besucht wurde. Das Gesundheitsamt werde darauf achten, dass die Tests unter hygienisch einwandfreien Umständen stattfinden, sagte Andres. Die Schule habe man als Test-Ort gewählt, weil sie den Gemeinde-Mitgliedern vertraut sei.

„Wir fangen heute an und gehen davon aus, dass die Tests morgen auf jeden Fall noch weitergehen, eventuell noch Freitag. Da müssen wir sehen, wie wir vorankommen“, so Andres. Bei der Mennoniten-Brüdergemeinde Euskirchen war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Zunächst war nach vorherigen Angaben des Kreises die Mutter der Familie mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und Corona-positiv getestet worden. Dann wurde das Virus auch beim Vater und bei elf der 13 Kinder nachgewiesen. Die Kinder waren den Angaben nach vorher noch in die eigene Schule der Mennoniten gegangen. Die Familie hatte wohl auch den Gottesdienst im Bethaus der Gemeinde besucht.

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