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NRW

Coronakrise lähmt NRW-Wirtschaft: Es geht „ums Ganze“

Gesundheit

Donnerstag, 19. März 2020 - 05:30 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Nach und nach wird deutlich, welche wirtschaftlichen Folgen die Corona-Pandemie hat. Gefragt ist schnelles und wirksames Gegensteuern. Darüber berät die Landesregierung mit Vertretern der Wirtschaft.

Armin Laschet (CDU) spricht zu Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Die nordrhein-westfälische Landesregierung sucht am Donnerstag mit Vertretern der Wirtschaft nach Möglichkeiten, die Folgen der Coronakrise für die Beschäftigung im Land zu begrenzen. Ministerpräsident Armin Laschet, Finanzminister Lutz Lienenkämper (beide CDU) sowie Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) beraten dazu in einer Videokonferenz mit Repräsentanten von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Industrie- und Handelskammern, dem Handwerk, von Banken und mit Oberbürgermeistern.

Es gehe um „schnelle und unbürokratische Hilfen“, sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Laschet und die Minister wollen am Mittag über die Ergebnisse informieren. Mehrere andere Bundesländer haben bereits große Hilfsprogramme angekündigt. So will Bayern zum Schutz der Wirtschaft vor den Folgen der Coronakrise bis zu zehn Milliarden bereitstellen.

Immer mehr Unternehmen wollen in Nordrhein-Westfalen Kurzarbeit anmelden. Betroffen sind unter anderem die Autozulieferer im Land, weil die großen Hersteller in ihren Fabriken die Bänder abstellen. Aber auch viele kleine und mittelgroße Firmen brauchen schnell Hilfe. Anträge auf Kurzarbeitergeld könnten auch rückwirkend zum 1. März gestellt werden, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mit. Das gehe auch online.

Für viele Handwerksbetriebe gehe es jetzt „ums Ganze“, warnte der Westdeutsche Handwerkskammertag. Sie seien in ihrer Existenz gefährdet, „weil Umsätze einbrechen, Kunden ausbleiben und Lieferengpässe entstehen“. Der Einzelhandel leidet unter der Schließung zahlreicher Geschäfte wegen des Virus und fordert staatliche Hilfe. Die landeseigene NRW.Bank hat über eine stark wachsende Zahl von Anfragen Hilfe suchender Unternehmern und Selbstständigen berichtet.

Der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf zufolge reichen Kredit- und Bürgschaftszusagen für viele Mittelständler nicht aus, um die Corona-Folgen abzumildern. Der Düsseldorfer IHK-Präsident Andreas Schmitz forderte deshalb einen Notfallfonds für Klein- und Kleinstunternehmen. „Denen helfen Kredite nicht“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Das Land müsse einen einstelligen Milliardenbetrag aufbringen. Eine weitere Möglichkeit zur Hilfe seien Nachrangdarlehen mit langen Laufzeiten. Dadurch könnte die Kreditwürdigkeit von Unternehmern verbessert werden.

In NRW ist das Virus trotz aller Maßnahmen zur Eindämmung auf dem Vormarsch: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle von knapp 3380 am Vortag auf knapp 4300 am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) sprunghaft an. Die Zahl der landesweit gemeldeten Todesfälle stieg demnach um ein Opfer auf 13.

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