NRW

„Cum-Cum“-Deals: NRW rechnet mit Millionen für Staatskasse

Finanzen

Freitag, 31. Mai 2019 - 05:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Das nordrhein-westfälische Finanzministerium rechnet im Zuge der Aufklärung umstrittener Aktien- und Steuerdeals mit Mehreinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe. Bislang seien in NRW für den Zeitraum 2002 bis 2015 insgesamt 13 Fallkomplexe sogenannter Cum-Cum-Geschäfte identifiziert worden, teilte das Finanzministerium auf Anfrage mit.

Bei den 2016 gestoppten „Cum-Cum“-Geschäften konnten große Kunden aus dem Ausland Steuern auf Dividenden von deutschen Unternehmen umgehen, indem Aktien und Gewinnanteile rund um den Dividendenstichtag länderübergreifend hin- und hergeschoben wurden. Die gesparten Steuern wurden zwischen Investoren und Banken aufgeteilt - für den Fiskus ein schwer zu durchdringendes Finanzdickicht.

In NRW konnten nach Angaben des Ministeriums bislang zwei „Cum-Cum“-Komplexe abgeschlossen werden. Die übrigen sind demnach Gegenstand laufender Betriebsprüfungen oder noch in außergerichtlichen Anfechtungsverfahren.

Die Deutsche Steuergewerkschaft fordert mehr Stellen und eine bessere Bezahlung für Steuerexperten in den Finanzbehörden, um solche Geschäfte aufzuklären. Derzeit gebe es in NRW etwa 25 Stellen für ausgewiesene Experten dieser speziellen Materie, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Manfred Lehmann, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Nötig seien mindestens doppelt so viele.


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