NRW

DEG und Haie fordern Politik zum Handeln auf

Eishockey

Mittwoch, 19. August 2020 - 14:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf/Köln. Die westdeutschen Eishockey-Clubs Düsseldorfer EG und Kölner Haie fordern in der aktuellen Corona-Krise von der Politik klare Perspektiven für die Sportvereine jenseits des Profi-Fußballs. „Meine Beobachtung ist, dass die wichtige Rolle und Aufgabe von Sport und Kultur leider seit Monaten aus dem Blick geraten ist“, kritisierte Haie-Geschäftsführer Philipp Walter in einem am Mittwoch gemeinsam mit dem Düsseldorfer DEL-Kollegen Stefan Adam auf den Club-Homepages verbreiteten Interview.

Der Puck beim Bully. Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

„Meines Erachtens hat Politik die Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Existenz der Eishockey-, Basketball-, Handball-und Volleyball-Vereine zu erhalten. Diese Sportarten sind für ihren Fortbestand auf Zuschauer angewiesen und dafür müssen wir uns im gesamten Sportbereich einsetzen“, erklärte Walter. Und Adam betonte: „Wir wollen und müssen im Spitzensport in absehbarer Zeit wieder vor Zuschauern spielen können. Das ist im Eishockey und auch in nahezu allen anderen Sportarten absolut existenziell.“

Laut Adam gebe es zwar Gespräche mit den zuständigen Behörden, gleichwohl komme man derzeit nicht voran. „Aber wir müssen jetzt einfach mal einen Schritt weiterkommen. Wir brauchen positivere Denkansätze: Also konkret darüber reden und sachlich diskutieren, was im Rahmen von größeren Veranstaltungen funktionieren kann“, forderte der DEG-Geschäftsführer. Stets werde nur darüber geredet, „was aufgrund der Corona-Situation nicht möglich ist. Es müssen Lösungen auf den Tisch, die alle relevanten Blickwinkel berücksichtigen. Die überregionale Politik muss dazu jetzt dringend Antworten liefern. Und das muss jetzt kurzfristig passieren.“

Warum Spiele zumindest mit eingeschränkten Zuschauerzahlen unter klaren Regeln des Gesundheitsschutzes nicht möglich sein sollen, werde politisch und medial nicht sachlich diskutiert. Es gebe „nie wirklich konkrete, faktenbasierte Argumente, die komplette Veranstaltungsverbote trotz mittlerweile vorliegender schlüssiger Veranstaltungs- und Hygienekonzepte weiterhin rechtfertigen“.

Millionen Menschen fahren im Sommer „vollkommen selbstverständlich in ihren wohlverdienten Urlaub“. Auf der anderen Seite würden Kultur- und Sportveranstaltungen „ohne detaillierte sachliche Begründung als 'falsches öffentliches Signal'“ stigmatisiert und sollten weiter verboten bleiben. Adam: „Das ist teilweise wirklich schwierig nachzuvollziehen. In sehr vielen Bereichen ist ein nahezu normales Leben ja mittlerweile offensichtlich wieder möglich.“

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