NRW

DNA-Massentest soll Mörder von Claudia Ruf entlarven

Kriminalität

Freitag, 15. November 2019 - 12:08 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Grevenbroich. Ein DNA-Test bei 1600 Männern soll im 23 Jahre ungeklärten Mordfall an der elfjährigen Claudia Ruf aus Grevenbroich den Mörder doch noch enttarnen. Profiler vermuten ihn im damaligen dörflichen Umfeld des Mädchens: „Es könnte ein unbescholtener Bürger aus der Nachbarschaft gewesen sein.“

Ein Foto der vor 23 Jahren ermordeten Claudia Ruf. Foto: Roland Weihrauch/dpa

800 Männer aus ihrem Dorf, die zur Tatzeit zwischen 14 und 70 Jahre alt waren und dort noch wohnen, sollen schon in den nächsten Tagen eine Speichelprobe abgeben. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Grevenbroich angekündigt.

Man wisse jetzt auch, warum die Leiche des Kindes 70 Kilometer entfernt bei Euskirchen auf einem Feldweg abgelegt wurde, könne dies aber aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht verraten.

Die Ermittler veröffentlichten am Freitag einen Appell des Vaters des Mädchens: „Bitte helfen sie der Polizei. Bitte helfen sie mir.“ Es bestehe jetzt die Chance, das traurige Schicksal seiner Tochter doch noch aufzuklären. „Er muss sich endlich erklären. Er hat sich lange genug hinter uns allen verstecken können.“

Das Mädchen war am 11. Mai 1996 in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) zwischen Düsseldorf und Köln entführt und zwei Tage später im 70 Kilometer entfernten Euskirchen auf einem Feldweg ermordet aufgefunden worden. Ein DNA-Test mit Speichelproben von 350 Männern war 2010 erfolglos geblieben.

Die Schülerin war von einem Unbekannten entführt worden, als sie mit dem Hund eines Nachbarn unterwegs war. Der Täter hatte das Kind vergewaltigt, gefesselt, erdrosselt, die Leiche mit Benzin übergossen und angezündet.

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