NRW

DUH: Politiker-Dienstwagen nicht klimafreundlich genug

Klima

Mittwoch, 11. November 2020 - 15:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Düsseldorf. Die Dienstwagen von Spitzenpolitikern in Bund und Ländern sind aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) weiterhin nicht umwelt- und klimafreundlich genug. Die Organisation veröffentlichte am Mittwoch in Berlin ihren alljährlichen „Dienstwagen-Check“. Die Klimabilanz ist demnach sogar etwas schlechter als im Vorjahr. Das gilt auch für die Berechnungen der Umwelthilfe für die Dienstwagen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Allerdings liegen dem Bericht Annahmen über das Fahrverhalten zugrunde, die im Einzelfall nicht belegbar sind.

Insbesondere kritisierte die Umwelthilfe den gewachsenen Anteil von sogenannten Plug-In-Hybriden - also Autos, die sowohl mit Sprit als auch mit Elektroantrieb fahren. Diese seien „echte Spritschlucker“, die nur auf dem Papier klimafreundlich aussähen. Die Düsseldorfer Staatskanzlei kommt mit Verweis auf übliche Messverfahren zu anderen Ergebnissen und spricht von energieeffizienten Hybridfahrzeugen, deren Zahl von zwei auf drei stieg. Der CO2-Ausstoß der Dienstwagenflotte der Landesregierung sei gegenüber dem Vorjahr gesunken, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei auf Anfrage.

Für die Angaben zu „realen“ CO2-Emissionen stützt sich die DUH auf eine Studie des International Council on Transportation (ICCT), die den Treibhausgas-Ausstoß von Autos auf der Straße untersucht hat. Dieser weicht teils deutlich von den Herstellerangaben ab, hängt aber auch von Fahrverhalten und Ausstattung ab. Für Elektroautos zog die DUH den CO2-Gehalt des deutschen Strommixes aus dem Jahr 2019 heran. Nur sieben der bundesweit 235 Fahrzeuge von Politikern schaffen es dem Bericht zufolge im Betrieb auf der Straße unter einen Wert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer - dem seit Januar in der EU gültigen Flottengrenzwert für Neuwagen, den Hersteller einhalten müssen.

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