NRW

Der Enkel erzählt: So war Heiligabend bei Konrad Adenauer

Mittwoch, 21. Dezember 2022 - 06:42 Uhr

von dpa

© Oliver Berg/dpa

Sein Enkel, geboren 1945, verbrachte die ersten dreieinhalb Jahre seines Lebens im Wohnhaus des Großvaters. Später zog die Familie nach Köln, aber die Heiligabende wurden weiterhin in Rhöndorf zelebriert. Der kleine Konrad musste dann immer zusammen mit den anderen Enkeln - insgesamt waren es 24 - vor der geschlossenen Tür des Wohnzimmers ausharren. „Dann kam das Glöckchen, die Tür wurde aufgemacht, und wir durften rein“, erzählt er.

Auf dem Boden war immer eine riesige Krippenlandschaft mit über 100 Figuren, darunter Elefanten und Kamelen, aufgebaut, ausgepolstert mit frischem Moos aus dem Siebengebirge. Die Kinder sagten Gedichte auf oder spielten Flöte. Anschließend war Bescherung. Konrad bekam oft Zubehör für seine Modelleisenbahn, zum Beispiel ein Bahnwärterhäuschen oder Signale. „Eisenbahnwaggons, das war zu teuer, das kriegte man zuhause.“ Später bekamen alle Enkel jeweils 20 D-Mark in einer Tüte. Nach der Bescherung wurde gegessen, dafür war ein Buffet aufgebaut. Die Erwachsenen tranken Wein oder Bier, die Kinder Wasser. „Das dauerte schon ein paar Stunden insgesamt.“

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Konrad hatte großen Respekt vor seinem Großvater. „Er war kein Opa, der auf den Knien rutschte und Eisenbahn spielte oder auf dem man huckepack reiten konnte“, erinnert er sich. „Wenn er die Treppe herunterkam, dann war das schon ein majestätisches Schreiten. Immer in Anzug und Weste. Man sagte „Guten Tag, Großvater“. Er wollte „Großvater“ heißen, nicht „Opa“.“


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