Diakonie: Heimkinder oft vom Unterricht ausgeschlossen

dpa/lnw Düsseldorf. Viele Heimkinder werden laut einer Umfrage der Diakonie in Nordrhein-Westfalen regelmäßig vom Unterricht ausgeschlossen. Demnach besuchten im vergangenen Jahr etwa 12 Prozent der stationär untergebrachten Kinder und Jugendlichen in den 140 Diakonie-Einrichtungen weniger als 15 Stunden pro Woche die Schule. Die Schüler würden regelmäßig vom Unterricht beurlaubt, weil Lehrkräfte mit ihnen überfordert seien, erklärte der Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL), Christian Heine-Göttelmann, am Dienstag in Düsseldorf.

Der Wohlfahrtsverband geht von einer höheren Dunkelziffer aus. Besonders treffe es Kinder, die sonderpädagogische Unterstützung bei emotionaler und sozialer Entwicklung bräuchten.

Jugendämter böten zwar Unterstützungsmaßnahmen, häufig hapere es aber an der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Amt. Schulen sollen nach dem Willen der Diakonie darum in schwierigen Fällen zur Kooperation verpflichtet werden, insbesondere Förderschulen.

Die Umfrage hat der Wohlfahrtsverband unter Betreuern von Kindern und Jugendlichen in ihren 140 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Insgesamt wurden Daten zu 2947 Schülerinnen und Schülern erhoben.