NRW

Die Zahl der Badetoten bleibt in NRW hoch

Notfälle

Donnerstag, 5. März 2020 - 11:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw München/Düsseldorf. Baggerseen mit kalten Strömungen, leichtsinnige Männer und Kinder, die nicht mehr richtig schwimmen lernen: Die Zahl der Badetoten bleibt hoch in NRW. Die DLRG befürchtet, dass sich daran so schnell nichts ändert.

Rettungsschwimmerin der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft). Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen bleibt 2019 gegen den Bundestrend auf Vorjahresniveau: 2019 seien in NRW 65 Menschen ertrunken - zwei Menschen mehr als im Vorjahr. Bundesweit ging die Zahl im vergangenen Jahr dagegen spürbar auf 417 Todesfälle durch Ertrinken zurück (2018: 504), wie die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft am Donnerstag in München berichtete.

Den Daten zufolge starben auch in Nordrhein-Westfalen die meisten Menschen bei Badeunfällen in Flüssen (24) sowie Seen oder Teichen (22). „Viele überschätzen ihre eigenen Kräfte und unterschätzen die Gefahren der Situation vor Ort - gerade in solchen Freigewässern“, sagte Michael Grohe, Sprecher der DLRG Nordrhein.

Ein Unfallschwerpunkt ist der Rhein: Starke Strömung und viel Schiffsverkehr können lebensgefährlich für Badende und Schwimmer sein. „Dabei würde ich meine Kinder doch auch nicht auf dem Standstreifen einer Autobahn spielen lassen“, verglich Grohe das Risiko. Beim westfälischen Landesverband warnt man besonders vor den „unsichtbaren Gefahren“ in Baggerseen. Kalte Unterströmungen, einsturzgefährdete Hohlräume unter dem Sand und Stahlseile unter der Wasseroberfläche brächten ein hohes Risiko zu ertrinken, betonte Klaus Wagner, Sprecher des DLRG Westfalen.

Etwa dreiviertel der Ertrunkenen sind männlich. Unter den Toten waren fünf Kinder jünger als elf Jahre, zu Badeunfällen kommt es aber in allen Altersklassen. Angesichts vieler Bäderschließungen befürchtet der DLRG, dass immer weniger Kinder lernen, sicher zu schwimmen. Es bestehe die Sorge, dass die Zahl der Badetoten deswegen künftig weiter ansteigen könnte, hieß es bei beiden Verbänden.

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