NRW

Dörfer und Datteln 4 neue Brennpunkte der Klimabewegung

Energie

Sonntag, 19. Januar 2020 - 10:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Der Hambacher Forst war über Jahre das Symbol der Klimabewegung in Deutschland. Jetzt, wo der Wald erhalten bleibt, wird sich die Bewegung wohl neue Brennpunkte suchen, meint nicht nur der BUND.

Das Uniper Kohle-Kraftwerk Datteln 4 spiegelt sich im Dortmund-Ems-Kanal. Foto: Bernd Thissen/dpa

Fünf Dörfer am Tagebau Garzweiler und das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 könnten sich nach Einschätzung des Umweltverband BUND zu neuen Brennpunkten der Klimabewegung in NRW entwickeln. Nach der Kohle-Einigung zwischen Bund, Länder und Energieunternehmen gebe es dafür einige Hinweise, sagte der BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen rechnete damit, dass der Protest vom symbolträchtigen Hambacher Forst auf die Dörfer, die dem Tagebau weichen sollen und größtenteils schon verlassen sind, in seiner Stadt überspringt.

In der Einigung wurde unter anderem festgelegt, dass der Hambacher Forst dauerhaft erhalten bleibe. Jahrelang galt der Wald am Tagebau Hambach als Symbol der Klimabewegung.

Zuvor hatte das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ angekündigt, für den Erhalt der Tagebaudörfer und gegen das neue Kohlekraftwerk Datteln 4 zu streiten. Datteln 4 könne zu einem „zweiten Hambi“ werden, hatte Bündnis-Sprecherin Kathrin Henneberger die Düsseldorfer Landesregierung gewarnt. Das Neubau-Steinkohlekraftwerk soll noch ans Netz gehen.

Der Tagebau Garzweiler soll in vollem Umfang abgebaggert werden und damit auch die fünf Dörfer, die zur Stadt Erkelenz gehören. Nach Angaben der Stadt sind 80 Prozent der Menschen umgesiedelt oder haben Schritte dazu unternommen. Rund 100 Menschen seien im Widerstand.

Ingrid Bergmann 19.01.202011:28 Uhr

Statt nach Datteln 4 sollen die Protestler nach Grünheide fahren, wo mindestens 90 Hektar Wald für Tesla vernichtet werden sollen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.