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NRW

Dortmunds Handballerinnen sehen sich diskriminiert

Handball

Donnerstag, 23. April 2020 - 13:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Dortmund. Andreas Thiel, Vorstandschef der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF), wehrt sich gegen Diskriminierungsvorwürfe. Nach dem Entschluss, die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abzubrechen und in diesem Jahr keinen Meister zu küren, ist Tabellenführer Borussia Dortmund nach wie vor wütend. Im sozialen Netzwerk Instagram posteten Spielerinnen Porträt-Fotos mit montierten Bärten und schrieben: „Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt deutscher Meister.“ Im Gegensatz zur HBF hatte die Männer-Bundesliga (HBL) die Saison abgebrochen und Tabellenführer THW Kiel zum Meister gekürt.

„Wenn man bei den Männern einen Meister kürt und bei den Frauen nicht, dann habe ich da unterschiedliche Wertschätzungen der Sache. Und wenn ich die habe, dann habe ich da eine Diskriminierung von Frauen“, sagte Dortmunds Handball-Abteilungsleiter Andreas Heiermann den „Ruhr Nachrichten“ (Donnerstag). Thiel widersprach dem vehement.

Der frühere Weltklasse-Torhüter könne den Unmut und die Emotionen beim BVB verstehen. „Aber ich bin Vater von drei Töchtern, ich trainiere seit 20 Jahren Frauen, mir vorzuwerfen, ich diskriminiere Frauen, ist abwegig“, sagte der 60-Jährige, der auch Vize-Präsident des Deutschen Handballbund (DHB) ist.

Die HBF-Vorgehensweise begründete er mit der Verbandsautonomie. Es habe lediglich eine Empfehlung des DHB-Bundesrates angesichts der aktuellen Situation gegeben. „Ich habe da nirgendwo gelesen, dass ich einen Meister benennen muss“, meinte Thiel, der sich zur Entscheidung der Männerliga nicht äußern wollte.

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