NRW

Down-Syndrom-Tests: Laschet gegen Kassen-Finanzierung

Parteien

Montag, 8. April 2019 - 12:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Berlin. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich strikt gegen eine Kassenfinanzierung von genetischen Bluttest ausgesprochen, mit denen vor der Geburt Hinweise auf das Down-Syndrom möglich sind. „Ich finde, die Kassen sollten das nicht finanzieren. Das Signal, dass man im Vorfeld über die Wertigkeit von Leben urteilt, halte ich für falsch“, sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende am Montag vor einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. Zugleich sprach Laschet von einer „sehr persönlichen Gewissensentscheidung“, die am Ende jeder Bundestagsabgeordnete fällen müsse. Es sei gut, diese Debatte nun öffentlich zu führen.

Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung des Parteipräsidiums gesetzt. Hintergrund ist laut „Welt am Sonntag“ eine kontroverse Debatte in der Unionsfraktion von vergangener Woche. Die Parteichefin strebt demnach keine Festlegung auf eine Parteilinie an, sondern eine Debatte in der CDU. Der Bundestag will sich an diesem Donnerstag mit solchen Bluttests befassen. Sie bieten seit einigen Jahren die höchste Treffsicherheit, wenn es darum geht, die Wahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom bei Ungeborenen zu berechnen, ohne das Kind dabei zu gefährden. Bislang müssen Schwangere den rund 130 Euro teuren Bluttest meist selbst zahlen.


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