NRW

Drei Jahre Haft für mutmaßliche IS-Terroristin gefordert

Prozesse

Dienstag, 10. Dezember 2019 - 13:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Bundesanwaltschaft hat für eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Bochum drei Jahre Haft beantragt. Die Tatvorwürfe hätten sich in vollem Umfang bestätigt, sagte der Vertreter der Bundesanwaltschaft am Dienstag im Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht. „Sie hat als wehrhaftes Mitglied dem IS zur Verfügung gestanden.“ Die 27-jährige Deutsche habe ein glaubhaftes Geständnis abgelegt.

Eine Statue der Göttin Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: Stefan Puchner/dpa

Allerdings sei sie weniger aus radikalen politischen oder religiösen Gründen zum IS gegangen, sondern wegen ihrer persönlichen Lebensumstände: In Deutschland habe sie jahrelang im Rotlichtmilieu als Prostituierte gearbeitet. Zudem sei sie hierzulande mehrfach Opfer von Gewalt geworden.

Ende Februar 2014 sei sie nach Syrien eingereist. Der IS habe ihr eine Wohnung zugewiesen. Sie habe den deutschen IS-Kämpfer Mario geheiratet und ein Kind mit ihm gezeugt. Sie habe Kriegsverbrechen gegen das Eigentum der dortigen Bevölkerung und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz begangen.

Sie habe mit ihrem Mann Wohnraum und Geld vom IS bezogen, bis dieser als Spion bezichtigt und hingerichtet worden sei. Die Bochumerin habe außerdem eine Kalaschnikow mit Munition und einen Sprengstoffgürtel besessen. Sie habe öffentliche Hinrichtungen mitverfolgt und für normal befunden. Zeitweilig sei sie auch Zweitfrau eines höherrangigen IS-Mitglieds gewesen.

Im Februar 2017 war sie an der Grenze zur Türkei festgenommen worden. Der Prozess hatte im September begonnen.


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