NRW

Drohnen-Flüge über NRW-Gefängnissen nehmen stark zu

Strafvollzug

Montag, 11. November 2019 - 06:59 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Über den nordrhein-westfälischen Gefängnissen werden trotz Flugverbots immer häufiger Drohnen gesichtet. Das hat das NRW-Justizministerium auf dpa-Anfrage in Düsseldorf mitgeteilt. Waren 2017 und 2018 lediglich jeweils drei Überflüge von Drohnen registriert worden, waren es in diesem Jahr bereits zehn Sichtungen über den NRW-Gefängnissen, berichtete eine Sprecherin.

Mit einer anmontierten Kamera schwebt eine Drohne eines Fotografen durch die Luft. Foto: Felix Frieler/dpa

Drohnen gelten als ernstes Problem für den Strafvollzug, weil mit ihnen Drogen, Waffen oder Ausbruchswerkzeug in die Gefängnisse gebracht werden können. In Hamburg war bereits vor fünf Jahren eine Drohne mit Drogen und Handys im Innenhof einer Haftanstalt entdeckt worden. Auch in Baden-Württemberg hatten Kriminelle versucht, Handys mit so einem Fluggerät in ein Gefängnis zu bringen - die Drohne stürzte aber vor der Mauer ab.

Mehrere Unternehmen bieten bereits verschiedene Drohnenabwehrsysteme an. Vom Störsender für die Drohnensteuerung bis zum Drohnenabfang-Fluggerät mit Fangnetz. Hessen hatte angekündigt, ein Ortungsgerät für Drohnen zu testen. Es soll den Luftraum mit Schall oder Wärmebild überwachen.

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat zwei Schweizer Haftanstalten mit einem Drohnenabwehrsystem beliefert, um das Einschmuggeln von Rauschgift, Waffen oder Handys zu verhindern. Mit einer Mischung aus Radar, Infrarot-Sensoren und Videokameras soll das Abwehrsystem vom Typ „Radshield“ alle fliegenden Objekte - Drohnen ebenso wie Modellflugzeuge oder Ballons - im Bereich der Haftanstalten erfassen und das Wachpersonal alarmieren. Auch Gegenstände, die über die Gefängnismauer geworfen werden, würden registriert. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte geschätzt, dass bis 2020 etwa 1,2 Millionen Drohnen im privaten und kommerziellen Einsatz sein werden.


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