Einschränkungen für Beerdigungen: Ordnungsamt rückt aus

dpa/lnw Köln. Die mit dem Coronavirus verbundenen Einschränkungen haben in Nordrhein-Westfalen auch Auswirkungen auf Bestattungen und Trauergesellschaften. Beerdigungen dürfen nur noch im engsten Familienkreis und unter freiem Himmel stattfinden, Trauerhallen bleiben vorerst geschlossen. So sind in Köln und Essen seit Wochenbeginn nur Familienmitglieder ersten Grades zugelassen - also Partner, Eltern und Kinder eines Verstorbenen - Geschwister oder Enkel beispielsweise nicht. Trauernde sollen zudem Abstand voneinander halten und Berührungen vermeiden. In anderen Kommunen wurde die Teilnehmerzahl auf maximal zehn Personen aus dem engsten Familienkreis beschränkt.

Die Stadt Dormagen ging sogar noch einen Schritt weiter und untersagte alle Urnenbestattungen - es sei denn, sie finden ohne Angehörige statt. Weil die Verstorbenen ohnehin eingeäschert werden, bestehe bei der Beisetzung kein Zeitdruck, sagte ein Sprecher der Stadt. Die meisten Angehörigen hätten bereitwillig zugestimmt, die Beisetzung zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen.

In der Stadt Jüchen musste am Dienstag das Ordnungsamt zu einer Beerdigung ausrücken, an der mehr als 40 Personen teilnahmen. Erlaubt sind dort nur noch zehn. „Das Personal hat sich den Trauernden mit entsprechender Sorgfalt genähert. Die Leute waren sehr verständnisvoll, sie wussten noch nichts von der neuen Regelung“, sagte ein Stadtsprecher. Die Trauergesellschaft sei nicht aufgelöst worden, sondern habe die Beerdigung in kleinen Gruppen fortgesetzt, die mit genügend Abstand zueinander zum Grab getreten seien.