Elternschaft: Schulöffnung ignoriert RKI-Empfehlungen

dpa/lnw Dortmund. Die organisierte Elternschaft der nordrhein-westfälischen Schüler hat skeptisch auf die Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht reagiert. Die Empfehlung des Robert Koch-Instituts, erst bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von weniger als 50 zu öffnen, werden vom Schulministerium abermals ignoriert, teilte die Landeselternkonferenz am Donnerstag in Dortmund mit.

In Nordrhein-Westfalen sollen alle 2,5 Millionen Schüler ab dem 31. Mai wieder Präsenzunterricht erhalten - bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern.

Nur wenige Kommunen wie Rheine hätten ihre Schulen bislang mit Luftfiltern ausgestattet, kritisierte die Landeselternkonferenz. Trotz Warnung fast aller Verbände vor zu früher Öffnung bei fehlenden Schutzmaßnahmen kehrten die Schüler nun in voller Klassenstärke in die Schulen zurück.

Dabei sei zwar von strikter Einhaltung der Hygieneregeln die Rede. Bis zu 30 Kinder in einem Klassenraum bedeuteten aber die Abkehr von der Abstandsregel. Die Sorge vieler Verbände, wie mit voller Öffnung eine weitere Welle der Pandemie verhindert werden kann, bleibe unbeantwortet.

So hätten die Berufskollegs vergeblich signalisiert, lieber bis zum Ende des Schuljahres im Distanzunterricht bleiben zu wollen. Eine Rückkehr in die großen Kollegs bedeute eine Konzentration von 2000 bis 4000 Menschen auf engem Raum. Bei der Orientierung an der Inzidenz einer ganzen Stadt werde auch ignoriert, dass es nach wie vor Stadtteile mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von fast 200 gebe.

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