Elternverband: Landesregierung bei Schulen ohne Plan

dpa/lnw Düsseldorf. Die Landeselternschaft hat der NRW-Regierung Planlosigkeit bei der Schulpolitik in der Pandemie vorgeworfen. Nach zwölf Monaten sei fraglich, was im Schulministerium „in der Zeit passiert ist“, beklagte der stellvertretende Vorsitzende des NRW-Verbands, Dieter Cohnen, am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Dort habe niemand „wirklich einen vernünftigen Plan“. Nur ein „paar Tests, die freiwillig sind, deren Wirksamkeit, deren Menge und Anzahl durchaus fragwürdig ist“, reichten nicht aus.

Damit spielte Cohnen auf die bis zu den Osterferien angekündigten 1,8 Millionen Selbsttests an, die seit Dienstag an die weiterführenden Schulen ausgegeben werden. Schüler können sich - einmal pro Kopf bis 26. März vor Ferienbeginn - freiwillig unter Aufsicht des Schulpersonal auf das Coronavirus testen. Die Schulöffnungen - seit Montag findet Präsenzunterricht mit verkleinerten Klassen im Wechselmodus für alle Jahrgänge statt - nannte Cohnen einen „Ritt auf der Rasierklinge“. Und: „Wir haben Angst um unsere Kinder.“

Der Verbands-Vize moniert zudem: „Wenn Konzepte anderswo gemacht worden sind, sind sie ganz schnell verboten worden.“ Die Ministerien bremsten aus, „obwohl sie gleichzeitig die Verantwortung in die Schulen hineintragen“. Lehrer und die Schüler müssten die Folgen ausbaden. „Wir wollen, dass die Kinder in die Schulen zurückkehren, aber nicht um jeden Preis.“ Dortmund und Duisburg hatten ihre Schulen schließen wollen, da die Zahl der Neuinfektionen steigt und die Ausgabe des Astrazenca-Impfstoffs ausgesetzt ist. Das Land hatte das am Dienstag abgelehnt.

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